(Problem)FALL

"Ich bin ein ProblemFALL!"

[Challenges]

[Donnerstagschallenge 20070802]

Titel : Geldverschwendung?
Autor : FALL_Fanell
Challenge : #2 Wunderfrage
Fandom : original
Wörter : 543
Kommentar : Wie gut, dass hier keine FF’s verlangt werden … oO“

Genau genommen hasste er es hier zu sein. Abgrundtief. Aber irgendwie konnte er jedes Mal auf Neue nicht anders und tauchte doch wieder hier auf. Hier, wo er die gesamten zwei Stunden nur mit sinnlosen Fragen bombardiert wurde und nicht eine seiner eigenen beantwortet bekam. Dabei war er~ hier der Patient, nicht diese hornbrillig bebrillte Tussi hinter ihrem Klemmbrett, die wieder mal eifrig schrieb und nicht einmal im Traum daran dachte, ihm zu sagen, was genau sie da eigentlich notierte – und jedes Mal, wenn er auch nur den Gedanken fasste, nachzusehen, was das denn sein könnte, was sie schrieb, war sie schon anderthalb Meter mit ihrem rollenden Bürostuhl weggerückt und sah ihn böse an, als habe er seiner kleinen Schwester gerade den Lolli geklaut.

Wieso war er noch mal hier? Ach richtig, sein kleines Problem, von dem nur diese … Ärztin wusste.

Tief atmete er aus und senkte den Blick ab, die Hoffnung aufgegeben, dass sie in den nächsten paar Minuten noch einmal mit ihm reden würde. Doch kaum, dass er wegsah, hob sie~ ruckartig den Blick und legte gekonnt elegant das Klemmbrett zur Seite, als wolle sie jetzt langsam erotisch aufstehen und sich an ihn heran machen. Genau so~ sah es auch aus, als sie die Beine überschlug. Nur gut, dass ihr Blick etwas ganz anderes aussagte, sonst hätte er wohl für einen Moment tatsächlich diese Möglichkeit in Betracht gezogen.

Sie fixierte ihn mit ihrem Blick und er musste wieder aufsehen, erwiderte ihren Blick allerdings doch etwas eingeschüchtert. Bei ihr musste man vorsichtig sein. Sie konnte schnell mal seltsame Fragen und Aussagen tätigen, mit denen sie ihn sichtlich verwirrte und so wieder einen Grund fand, etwas aufzuschreiben und ihm wieder zu verheimlichen, was genau das war, das sie notierte.

„Die Wunderfrage: Stellen sie sich vor, Ihr größtes Problem wäre wie durch ein Wunder verschwunden. Wie fühlen Sie sich?“

Sein Kopf sank ab und seine Schultern hoben sich etwas. Sichtlich irritiert – wie er es vorausgesagt hatte – starrte er sich an, erwartete einen Moment lang tatsächlich, dass sie sich als Alien outen und ihr wahres Gesicht preis geben würde. Allerdings hatte sie das innerhalb dieser zwei Jahre, in denen sie ihn nun therapierte, nicht einmal einen solchen Eindruck gemacht, als würde sie in den nächsten paar Minuten ihre Tentakeln auspacken und ihn auf ihr Raumschiff entführen.

Paranoid? Er? Ne~in~ … Okay, gut. Warum wohl sonst wäre er hier?

„Ganz ehrlich?“

Sie nickte leicht, ließ ihren ernsten Blick, mit dem sie ihn fixierte, lächelte jetzt aber sogar fast und senkte das Gesicht so ab, dass sie über ihre dick geränderte Brille zu ihm sehen konnte. Das machte sie eigentlich selten, nämlich dann, wenn es sie wirklich~ interessierte. Normalerweise stellte sie ihre Fragen schließlich, um ihn zu therapieren, nicht aus Interesse. Diesmal schien es doch aus Interesse zu sein.

„Verarscht.“

Sie hob eine Augenbraue und sah ihn sichtlich skeptisch an, eh sie sich doch wieder ihrem Notizblock zuwandte und kurz mit der Kulispitze darauf tippte, eh sie sich wieder an ihn wandte. Doch keine Interessenfrage, sondern für die Therapie? Warum dann der Blick? Wer therapierte hier eigentlich wen?

„Na, wenn mein Problem durch ein Wunder verschwinden könnte, wozu mache ich mir dann die Mühe, ständig her zukommen und mir von ihnen seltsame Fragen stellen zu lassen?“
2.8.07 20:33


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[Sonntagschallenge 20070708]

Titel : Ungewöhnlicher Besuch
Autor : FALL_Fanell
Challenge : #1 ungewöhnlicher Besuch
Fandom : original
Wörter : 671
Kommentar : Für einen Titel war ich diesmal zu faul … ^^"

Erst war er sich sicher, dass es ein Kind wäre, das gerade vor seinem Fenster herum heulte. Allerdings klang es beim zweiten Heulen irgendwie seltsam. Zum einen viel zu nah, zum anderen eher von seinem Balkon aus und außerdem ohnehin irgendwie doch nicht nach einem Kind. Deshalb auch hob er doch seinen Blick vom Fernseher ab und wandte ihn statt dessen zur Balkontür.

Es war eher unwahrscheinlich, dass direkt unter seinem Balkon ein Kind herum heulte, denn er wohnte in der siebten Etage und die Wohnung unter ihm bewohnte eine Wohngemeinschaft aus Studenten, die er alle kannte und wenn einer von ihnen ein Kind zu Besuch haben würde, hätte dieser Student es ihm vorher gesagt. Schon allein, weil es sonst zu schnell weder Gerüchte gegeben hätte.

Dieses Haus war nicht groß, trotz der acht Etagen, die es hatte und so kannte jeder jeden und Gerüchte verbreiteten sich wahnsinnig schnell. Sie lösten sich genauso schnell auf, aber allein, dass es dieses Gerücht einmal gegeben hatte, hatte genug Einfluss, dass es irgendwann einem von ihnen wieder einfiel und es dann wieder aufkeimte.

Es war still, als er aufsah und versuchte, von seinem Platz aus etwas zu erkennen. Doch war genau jetzt auf einmal nichts zu sehen und auch nichts zu hören. Erst, als er sich schon wieder seinem Fernseher zu wenden wollte, weil er annahm, sich verhört zu haben oder dass es schon längst wieder vorbei war, konnte man es wieder hören.

Doch jetzt klang es sogar noch~ näher und noch~ seltsamer. Weder nach einem Kind noch tatsächlich nach einem Heulen. Eher … wie ein Tier, das sich verlaufen hatte. Aber so spontan fiel ihm kein Tier ein, das auf dieser Höhe an seinem Balkon landen und dann dort rum heulen könnte. Jeder Vogel wäre einfach wieder weg geflogen.

Aus reiner Neugierde stand er nun doch auf und öffnete die Balkontür, um auf eben diesen Balkon zu sehen. Die Tür und die Fenster waren zum Teil mit Gardinen verhangen, weshalb er die Tür öffnen musste, um den ganzen Balkon einsehen zu können und kaum, dass die Tür offen war, gab es wieder dieses seltsame Heulen.

Sofort fuhr sein Blick herum auf die linke Seite, dorthin, wo seine Blumenkästen hingen, die er mit wachsender Begeisterung pflegte. Er wurde zwar immer skeptisch angesehen, wenn er mit seiner kleinen Einraumwohnung anfing von Tomaten zu erzählen, aber in guten Kästen konnten diese auch auf einem Balkon blühen und gedeihen.

Trotzdem musste jetzt auch erst selbst ganz kurz leicht lachen und die freie Hand heben, die er sich kurz an die Stirn hielt, als er den Grund für das Heulen erkannte. Paula saß dort, sah ihn mit großen, erschrockenen, grüngelben Augen an und heulte noch einmal laut auf, dass man ihr doch gefälligst zu helfen hatte.

>Paula< hieß die grau melierte Katze seiner Hausmitbewohnerin über ihm und diese saß jetzt auf seinem~ Balkon. Wie auch immer sie es wohl geschafft hatte, hierher zu kommen. Aber wahrscheinlich hatte seine Überwohnerin einfach wieder mal vergessen, die Balkonfenster zu schließen, wenn sie das Haus verließ. Die Balkontür ließ sie oft offen stehen, damit Paula dort auf einen Tisch klettern und aus dem Fenster sehen konnte.

Dort hinter dem Haus befand sich ein Kinderspielplatz und so etwas war für eine Katze immer~ eine Beobachtung wert. Ob richtig oder durch ein Fenster war dem Tierchen dann völlig egal. Hauptsache, es gab etwas zu sehen.

Langsam, leise und mit ein paar lockenden Geräuschen näherte er sich dem Tier, während dieses immer mal zwischendurch wieder miaute. Ein >Miau<, das so verzweifelt klang, dass man es wirklich noch immer für das Heulen eines Kindes halten konnte. Dabei war Paula bereits fünf Jahre alt.

Als er sie erreichte und sie kurz an einer Hand hatte schnuppern lassen, packte er rasch zu und holte das Tier aus seinem Blumenkasten und trug es erst einmal in seine Wohnung hinein. Später würde er seiner Überwohnerin eine Nachricht zukommen lassen, dass er ihrer Mieze Asyl angeboten hatte und das jetzt wohl ausnutzen würde, um sich mal richtig mit der Kleinen anzufreunden.
8.7.07 16:10


[Donnerstagschallenge 20070629]

Ja, ich weiß, es ist Freitag und das Datum ist auch ein Freitag, aber es war eben die Donnerstagschallenge von gestern und ich habe es heute erst geschrieben ... ^^"
Also bitte nicht vom Titel irritieren lassen.

***

Titel : jetzt – später – zum Schluss
Autor : FALL_Fanell
Challenge : #1 Pyjamaparty
Fandom : original
Charaktere : viele ... oO"
Wörter : 1430
Kommentar : Sehr viel länger als geplant, aber trotzdem wirkt es irgendwie sehr gequetscht … xX – Nix Beta.

Also zu seiner Zeit war es noch so gewesen, dass man den Gästen eine Einladung schickt und dann darauf wartete, dass sie sich innerhalb von einem zweistündigen Zeitfenster um die Einladungszeit herum ansammelten oder wortlos mit nicht erscheinen glänzten. Offensichtlich hatten sich die Zeiten geändert. Dabei war seine kleine Schwester nur knapp sechs Jahre jünger. Die Zeitrechnung schien auch schon mal mehr Eindruck geschunden zu haben.

Um genau zu sein : er saß gerade am Esstisch, löffelte – in der Zeitung lesend – seine Faule-Weiber-Suppe ( nachdem ihm der Toast im Ofen verbrannt war – war wohl zu lang drin? ) und konnte nur völlig paralysiert den Kopf drehen, als auf einmal sieben ( in Worten : SIEBEN ) laut kreischende, weibliche Gören in die Wohnung einfielen, in der er noch den ganzen Abend mit diesen und der eigenen Schwester allein sein würde.

Er hätte sich doch jemanden suchen sollen, der auf die Weiber acht gab und zu einem Kumpel zocken fahren sollen. Scheiß auf die 50€ Kosten für das Kindermädchen …

Wortlos starrte er seine kleine Schwester an, die ihm gerade voller Stolz die Namen der anderen sechs Mädels aufzählte, wobei er schon ein wenig staunen musste. Tamara hatte einen eindeutig russischen Touch, Lina sah irgendwie asiatisch aus, Christa war wie seine Schwester Barbara ziemlich eindeutig deutsch und Sonja war so dunkel wie sein Toast vorhin … wieso endeten die Namen eigentlich alle auf a? Waren das jetzt eigentlich sieben? Eher nicht, da hatte er wohl einen Teil gleich erfolgreich überhört. Ohnehin verdiente der, der sich gerade alle Namen gemerkt hatte, einen Orden.

Quietschend und Kichernd zog die Meute weiter, hinab in den Keller, wo die Party ‚steigen’ würde. Was man bei acht bis zehn jährigen ‚Party’ nennen konnte. Jetzt würden sie sich alle in quietschgelbe oder kitschigpinke Nachthemdchen werfen und … wieso hieß das eigentlich ‚Pyjamaparty’, wenn man ein Nachthemd trug?

Er beobachtete noch einen Moment die Kellertreppe und lauschte dem begeisterten Jauchzen, das nach oben drang. Er traute den Gören zu, dass sie sich gleich an der erstbesten Kante den schädel einschlagen oder über die erste Matratze auf dem Boden fliegen würden. Deshalb horchte er lieber noch eine Weile auf sie, denn wenn sich erst einmal der erste kleine Kratzer gebildet hatte, war das Geschrei groß und er musste sie alle in das nächste Krankenhaus karren. Wohlgemerkt ohne Führerschein und Auto. Ergo : mit dem nächsten Bus, der übrigens nur zweimal in der Stunde fuhr.

Da es aber bei gejauchztem Quietschen und Kichern blieb, wandte er sich wieder seiner Suppe und der Zeitung zu. Offenbar konnten sich die Mädels prima allein beschäftigen. Vielleicht brauchte er die 50€ für den nächsten Kindermädcheneinsatz doch nicht sich vom Munde absparen, um beim nächsten Mal seine Ruhe zu haben.

Es blieb sogar dabei, dass sich die Horde mit Spielchen und Kichern und Quatschen selbst beschäftigte. Er konnte sich sogar einen seiner Filme ansehen, ohne wirklich gestört zu werden. Ab und zu kam eines der Mädchen und fragte nach dem Weg aufs Klo, aber ansonsten war die Stimmung da unten offensichtlich gut genug, dass keines der Mädels sinnlos durch das Haus lief. Der Traum eines jeden Kindermädchens? So einfach hatte er sich den Nachmittag wahrlich nicht vorgestellt.

Erst am Abend, als er anfing, das Abendessen vorzubereiten und es auch langsam ruhiger wurde, kamen die Mädchen öfter vereinzelt nach oben, um nachzusehen, was dort gerade geschah. Eines blieb sogar recht lange bei ihm am Esstisch sitzen und beobachtete ihn. Sie quatschte ihn zwar die ganze Zeit voll und ging ihm damit anfänglich sogar maximal auf den Keks, aber nach einer dreiviertel Stunde fing er tatsächlich an, sich an die sinnlosen Texte dieses Plappermauls zu gewöhnen. Er fing sogar an, ab und zu dazu zu nicken. Eine Geste, die die Kleine offensichtlich als Ansporn dazu nahm, noch viel mehr und viel sinnloser zu faseln.

Leider fiel ihm das viel zu spät auf und als er es wirklich realisierte und ein bisschen geschockt zu dem Gör hinüber sah, strahlte dieses ihn auch schon mit aller körpereigenen Plutoniumkraft an, was ihn eigentlich zum pulverisieren oder wenigstens zusammen brechen bringen müsste. Allerdings war er in diesem Moment viel zu irritiert, dass er hätte bemerken können, wie er verstrahlt wurde und mit einem resignierenden Seufzen wandte er sich zurück zu den Butterstullen, die er langsam und gemächlich für die Bande ( minus eins ) da unten zusammen warf.

Das Kind schien seine Resignation entweder nicht zu bemerken oder erfolgreich zu ignorieren. Jedenfalls plapperte sie munter weiter, wippte mit den Füßen und zupfte an ihrem quietschpinken Nachthemd herum. Doch den Kopf hob er erst wieder, als es um die beiden herum schlagartig stockfinster wurde. Genauso schlagartig verstummten sämtliche stimmen im Haus, bevor das große Geschrei los ging.

Auf einmal schienen die Bälger überall zu sein, nur nicht im Keller und jedes Stimmchen kreischte aus voller Kehle. Aus einem Reflex heraus musste auch er kurz aufschreien und sich erst einmal orientieren und geistig auffassen, was gerade passiert war.

Das Licht war aus, mehr nicht. Wahrscheinlich war entweder eine Sicherung raus geflogen oder der Strom ausgefallen. Tatsache war, das Licht war aus. Doch sammelte er sich schlagartig wieder und ließ einfach alles liegen, was er gerade in der Hand hielt und eilte als erstes zu dem Mädchen am Tisch hinüber. Einmal stieß er zwar am Tisch an, doch ansonsten fand er den Weg recht zielsicher. Immerhin wohnte er sein über 13 Jahren in diesem Haus. Da sollte er die Positionen der Möbelstücke inzwischen kennen.

Er legte die Hände gegen die Schultern des Mädchens und versuchte, sie zu beruhigen. Als sie halbwegs ruhig war und auch das Geschrei aus dem Keller langsam abnahm, dafür aber in Schluchzen über ging, wandte er sich wieder ab und durchsuchte die Schrankwandschubladen, wo er auch Kerzen und Kerzenständer und ein paar halbvolle Feuerzeuge fand.

Ruhig und fast wie einer, der gerade einen Zaubertrick aufführen wollte, zündete er die Kerze an und stellte diese dem Mädchen am Tisch hin, warnte sie aber sicherheitshalber noch, die Kerze auf keinen Fall anzufassen. Er glaubte nicht, dass sie anfangen würde, mit der Kerze zu spielen, aber sicher war sicher. Allerdings wurde die Kleine schlagartig total ruhig und lächelte sogar leicht, als sie die Kerze bei stehen hatte. Einen Moment bewunderte sie das kleine Flammenspiel sogar.

Er legte ihr noch einmal eine Hand auf die Schulter und verschwand dann mit dem Rest an Kerzen, Kerzenständern und Feuerzeug im Keller, von wo er nach und nach die restlichen sechs Nachthemdchenträgerinnen nach oben holte, jedem einen Platz am Esstisch zuwies und jedem Zweiten eine Kerze hinstelle. Erstaunlicherweise gab es keinen Streit um diese hübschen Flämmchen. Dabei hatte er sogar schon mit Terz gerechnet, dass die eine Kerze viel größer, pinker, breiter, heller war und in einem schöneren, prunkvolleren, kitschigeren Kerzenhalter stand. Doch nichts. Nur leise Unterhaltungen, dass man es doch nicht mochte, im Dunkeln zu sitzen.

Zum Glück war der Tisch ziemlich groß und von Natur aus für acht Leute ausgelegt. So hatte er selbst ganz zum Schluss auch noch einen Platz frei, nachdem er die Meute zum größten Teil beruhigt hatte. Die Teller mit dem fertigen belegten Brot stellte er nur noch zu den Mädchen auf den Tisch und beobachtete sie dann, wie sie langsam und noch etwas befangen kleine Bissen von ihren Broten kauten und sich noch immer unterhielten. Anscheinend konnten sie nicht einmal dann die Klappe halten, wenn sie eigentlich Angst hatten.

Es war seltsam, aber je länger er hier saß und sie weiter aufmunterte und sich auch ab und zu in die Gespräche einmischte, desto weniger störte ihn die Anwesenheit dieses Grüppchens und es fing sogar an, Spaß zu machen, sie zu beobachten, ihren Geschichten zu lauschen oder selbst welche zu erzählen. Auch den Plappermäulern schien es zu gefallen und irgendwann war sogar das Jauchzen und Kichern zurück. Selbst dann, als er auch noch anfing, Gruselgeschichten zu erzählen und nach und nach die Kerzen zu löschen, um die Stimmung zu verbessern.

Bei der letzten Kerze gab es einen ganz schwachen, kaum sichtbaren Blitz über ihnen und kaum, dass sie alle erstaunt den Blick gehoben hatten, sprangen die Lampen wieder an. Fast synchron mussten sie die Augen einen Moment schließen und den Blick wieder absenken. Doch dann gab es leichten Protest über das viele Licht und schon war seine kleine Schwester aufgesprungen und hatte das Licht im ganzen Haus wieder aus geschaltet.

Die letzte Kerze brannte noch immer und blieb wieder als einzige Lichtquelle zurück, als die Kleine Gastgeberin wieder am Tisch saß und mit ihrem Bruder ein Lächeln austauschte. Gleichzeitig überlegte er gerade, was er mit 50€ noch so alles anstellen konnte.
29.6.07 19:56


[Sonntagschallenge 20070520]

Titel : Schlafmangel
Autor : FALL_Fanell
Challenge : #2 Schlaf(mangel) & #3 Bild
Fandom : original
Charaktere : Arzt und Krankenschwester
Wörter : 894
Kommentar : ich hatte heute so viel Zeit … oO“

Genau genommen musste er einen Moment lang überlegen, wie er hier her gekommen war, als er langsam den Blick wieder hob und die Hand von der Stirn nahm, nachdem er sie dort abgelegt und den Kopf so auf einer erträglichen Höhe gehalten hatte, ohne dabei einzuschlafen. Sicher, sie~ hätte gewollt, wenn er hier und jetzt eingeschlafen wäre. Nur, damit er sich mal wieder ausruhen und Kraft sammeln konnte. Aber er selbst konnte es nicht. Irgendetwas in ihm hielt ihn ab, als würde etwas Schreckliches passieren, würde er jetzt tatsächlich schlafen.

Deshalb blickte er auch in den hellen, weißen Gang, gegen die Wände und Schilder an eben diesen, nur, um die Frau neben sich nicht ansehen zu müssen, die einen Blick gerade drauf hatte, der strafend und sorgenvoll zugleich bei ihm ruhte. Sie wollte, dass er mal Pause machte, etwas schlief und zur Ruhe kam, um wieder neu gestärkt an die Sache ran zu gehen. Doch das konnte er nicht. Er wollte jetzt nicht sich hinlegen und schlafen Schon allein, weil er die Befürchtung hatte, dann zu lange zu schlafen und das ungewollte Ereignis doch noch eintreffen zu lassen. Das, was er die letzten 30 Stunden erfolgreich zu verhindert gewusst hatte.

Sie war schließlich noch viel zu jung zum sterben. Höchstens acht oder neun Jahre alt, schwer verletzt von einem Verkehrsunfall, im Koma und bisher hatte sich niemand gemeldet, der sich als Familie oder Verwandtschaft ausweisen könnte. Keine Eltern, keine Geschwister. Er wusste nicht, inwiefern sie mit in den Unfall verwickelt gewesen sind und inwiefern sie in anderen Krankenhäusern oder … Einrichtungen waren. Immerhin ist auch die Kriminalpolizei da gewesen. Nicht unnatürlich, wenn es um Verkehrsunfälle ging, doch sie … sind anders gewesen als sonst. Aber er wusste nichts. Keine Familie.

Er bemerkte, wie sie eine Hand auf seine Schulter legte und jetzt sah er sich doch zu ihr um. Sie hatte noch immer diesen einen Blick, den er nicht mochte. So, als wolle sie ihn schelten und doch so verständnisvoll und irgendwie mitleidig. Sie~ konnte noch weniger tun, sie war einfach nur seine Helferin und doch fühlte sie sich mit verantwortlich. Deshalb nur wollte sie doch, dass er ein wenig schlaf bekam. Sie sah ihm die Kopfschmerzen und das leichte Liderflattern an, wenn er Schlafmangel hatte und gerade noch in der Lage war, sich aufrecht zu halten und die Daten der Ergebnisse zu lesen. Teilweise hatte sie sie ihm vorlesen müssen, damit er~ in Ruhe sich auf die Kombinationen konzentrieren konnte und seine letzten Reserven auf die medizinischen Mittel festlegen konnte, die ihm einfallen mussten, um sie zu retten.

Ihr Griff an seine Schulter war fest und bestimmend, sie wollte ihm etwas sagen. Er wusste auch, was das war, was sie wollte. Es war schließlich immer noch das Gleiche, das sie schon vor zehn und sechs Stunden gewollt hatte. Er sollte schlafen. Sie verlangte ja keinen Tiefschlaf über die nächsten zwölf Stunden. Er sollte sich doch nur einmal hinlegen, damit er wenigstens etwas~ Ruhe bekam und so die Zeit überbrücken konnte, die er hatte, während er auf ein paar Ergebnisse oder Änderungen wartete. Natürlich musste er die ganze Zeit abrufbar sein, damit er jederzeit eingreifen konnte, wenn sich an ihrem Zustand etwas änderte, doch das konnte er doch auch, während er wenigstens etwas~ schlief.

Er reagierte nicht weiter auf den Druck an der Schulter und ließ stattdessen den Kopf wieder in die eigene Hand sinken, als könne er so alles ablegen, was ihn im Moment peinigte. Die Kopfschmerzen, das Liderflattern, der Druck in den Augenhöhlen, die leicht eingeschränkte Feinmotorik … und langsam schlossen sich seine Augen, während er langsam zu Seite kippte, sich aber halten konnte, eh er gegen seine Helferin stieß. Sicher hätte ihr~ das nichts ausgemacht, doch für ihn~ wäre es nicht gut gewesen, denn dann wäre er wohl wirklich noch eingeschlafen. Etwas, das sie~ wieder gut gefunden hätte, er~ aber nicht. Sie waren sich in solchen Dingen nie sonderlich einig gewesen.

Sie ließ die Hand wieder von ihm, als sie merkte, dass sie nicht ausrichten konnte. Weder mit der Hand, noch mit ihrem Blick konnte sie etwas ausrichten. Natürlich war ihr klar gewesen, dass er nicht sofort aufspringen und sich ins nächste Bett legen würde, doch hatte sie inzwischen wenigstens eine Art Zeitangabe erhofft, die er ihr nennen würde, wann er sich denn die Zeit nehmen würde, wenigstens kurz zu entspannen. Doch nichts kam. Kein Wort. Deshalb atmete sie kurz tief aus, beobachtete ihn noch einen Moment, eh sie die Hände in den eigenen Schoß legte, den Blick ebenfalls wieder gegen die Wand etwas weiter vor sich wendete und mit ihm zusammen abwartete, wie es weiter gehen würde.

Denn in diesem Moment hatten sie nur die Möglichkeit, abzuwarten und darauf zu hoffen, dass sich der Zustand des Mädchens ändern … bessern~ würde. Änderungen zum Schlechten waren sowohl für das Mädchen nicht gut und zum Anderen würde es ihn~ wieder von Schlafen abhalten. Sicher war es egoistisch von ihr zu denken, dass es dem Kind nur deshalb besser gehen sollte, damit ihr Arzt zum Schlafen kam, doch war sie sich trotzdem keiner Schuld bewusst.
20.5.07 16:31


[Donnerstagschallenge 20070517]

Titel : Faszination
Autor : FALL_Fanell
Challenge : #3 Smarties
Fandom : Original
Charaktere : ein Schüler und sein Nachhilfelehrer
Wörter : 652
Warnung : sinnlos?
Kommentar : Zu spät, weil mein Internet laufend abgestürzt is und der Rechner gleich mit … >> / Eigentlich isses nich fertig, aber ich wollt nich viel~ zu spät jetz kommen … ><

Den Blick zwar zu seinem Gegenüber gerichtet, liegt seine Aufmerksamkeit jedoch ganz woanders. Eine Hand klammert sich an seinen Kugelschreiber, als wolle er die ganze Zeit schon etwas aufschreiben, ohne genau zu wissen, was das sein soll. Die andere Hand liegt neben dem Papier vor ihm und spielt mit der Blattecke, als könnte sie so der anderen Hand und der dazugehörigen Person sagen, was sie nun schreiben soll und will.

Die gegenüber sitzende Person redet die ganze Zeit und scheint mit den beiden unruhigen Händen zu sprechen, so, wie sie auf diese hinab sieht. Doch ist der Blick auf das malträtierte Blatt Papier gerichtet und eine Hand klopft immer mit dem eigenen Stift auf dieses Papier auf ein paar Stellen, als würden sie etwas zeigen. Sicher tun sie das auch, doch achtet er nicht darauf. Im Gegenteil, er achtet auf etwas ganz anderes.

Ziemlich weit entfernt, doch noch auf dem Tisch liegend - lockend. Wie soll man sich denn da auf die Aufgaben konzentrieren können, wenn so etwas in der Nähe ist? Jeder Andere hätte es sicher gekonnt, aber er … er! nicht! Diese kleinen, elenden, quietschbunten Dreckspillen! Er ist süchtig! … und steht dazu! So etwas darf man bei ihm nicht auf dem Tisch herumliegen lassen, wenn man erwartet, dass man seine Aufmerksamkeit bekommt.

Ein schlagendes Geräusch erst holt ihn aus seiner Trance, die ihn gefangen gehalten hatte bis eben. Ruckartig sieht er auf zu seinem Gegenüber, der ihn strafend und ziemlich angefressen anstarrt und tief durch die Nase ausatmet. Noch ein kurzer Blick und schon geht das Gerede wieder los. Allerdings kommt keine Standpredigt, dass er doch zuhören solle oder Ähnliches. Einen Moment ist er darüber verwirrt und kann den weiteren Worten sogar irgendwie folgen. Jedoch … schon nach Kurzem liegt seine Aufmerksamkeit wieder … am Tischende.

… und wieder kommt dieses erschreckende Geräusch von vor sich und wieder zuckt er zusammen, widmet sich wieder dem labernden Etwas ihm gegenüber. Doch diesmal gibt es sogar Reaktion und ein ‚Zuhören!’ als ‚Predigt’ darauf, dass er gefälligst zuhören solle. Sofort nickt er und hört tatsächlich einen Moment lang den lehrenden Worten zu, eh er tief ausatmet und den Kopf weit sinken lässt. Langsam sinkt auch der Oberkörper ab und – als wolle er sich schlafen legen, rollt sich ein Teil des Oberkörpers so zusammen, dass er wirklich~ aussieht, als würde er leiden.

Sein Gegenüber ist natürlich sichtlich verwirrt über diese Reaktion und zieht die eigenen Hände zurück, während er die Hände noch einmal an Stift und Papier klammert, damit man es ihm ja nicht weg nimmt. Doch wer soll ihm das schon wegnehmen sollen? Immerhin ist das sein~ Übungsblatt. Doch scheint ihn das nicht zu interessieren. Denn sein Augenmerk liegt doch wieder am Tischende, wo diese verlockende, kleine, braunbunte Tüte liegt, nach der er so gern greifen und die er so gern leeren würde. Hier, jetzt und ohne Rücksicht auf Verluste.

Natürlich fragt der Gegenüber sofort nach, was los ist. Doch die Antwort, die darauf kommt, erstaunt ihn schon sehr, doch muss er natürlich grinsen, kurz kichern und dann richtig lachen. Damit hat er nicht gerechnet. Kein bisschen. Dass es an so etwas simplen liegen kann, dass man die Aufmerksamkeit des Jungen nicht bekommt, ist wirklich nicht alltäglich. Sonderlich aufmerksam ist er nie, wenn es ums Lernen geht. Doch, dass es nun damit~ zusammenhängt.

Der Gegenüber steht auf, geht etwas an dem Tisch entlang – jetzt auf einmal immer mit voller Aufmerksamkeit des Jungen – nur, um die kleine Tüte mit den ‚Pillen’ aufzunehmen, einmal in die Luft zu werfen und sie wieder aufzufangen. Der Blick des Jungen lag auf der Tüte, wie sie in einem leichten Bogen hoch flog und wieder hinab fiel, um aufgefangen zu werden. Irgendwie ist es wirklich~ faszinierend, welch Wirkung so etwas auf ihn haben konnte. Dabei war es nicht einmal etwas, das man als wirklich lecker oder nahrhaft oder gut definieren konnte. Nichts. Nur simple, einfache, ungesunde … Smarties.
17.5.07 21:33


[Sonntagschallenge 20070423]

Zu spät, ich weiß, es is schon Montag. Soll ich es in "Montagschallenge" umbenennen? oÔ

Titel : Wunschkonzert
Autor : (Problem)FALL
Challenge : #1 Konflikt / Streit
Fandom : Original
Kommentar : dritter Versuch, entsprechend sinnlos … ich mags trotzdem irgendwie … oO“
Personen : Mutter, Vater, Tochter … XD

Es ist vielleicht nicht die feine englische einfach ignorant hier zu sitzen, seinen Eistee durch den Strohhalm zu schlürfen und das Gekeife so zu ignorieren. Aber was soll er denn sonst tun? Dazwischen gehen? Nein danke. Nachher ist er~ noch schuld daran, dass die beiden … ‚Damen’ sich nicht einig werden. Abgesehen davon, dass er eh keine Ahnung von dem hat, worum es gerade geht.

Warum geht es eigentlich? Irgendwas mit Pink und Orange, soviel hat er schon heraus gehört, aber so recht dringt nicht zu ihm durch, worum genau~ es geht. Vorurteile rausgekramt, würde er ja behaupten, es geht um ein Paar Schuhe, das eine haben will, die andere hat und welche Farbe am besten ist. Ihm persönlich ist das ja schnuppe. Turnschuhe. Basta. Da war die Farbe Schnurz.

Oh … es geht gar nicht um Schuhe? Da fällt gerade das Wort ‚Wohnzimmer’ …

Mit einem Mal hat er den Strohhalm ausgespuckt, sogar einen Teil des Eistees auf dem Tisch, an dem er sitzt, verteilt und starrt jetzt zu den beiden hinauf. Links seine Frau, ein bisschen strange, wenn es um das Erkennen von Farben geht, aber natürlich wunderschöne Frau – rechts seine Tochter, ein bisschen strange, wenn es um die Wahl der Klamottenfarbe geht. Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?

Aber das~ geht zu weit! Sofort hatte er mit der Faust auf den Tisch geschlagen und die beiden halbwegs beruhigt. Immerhin waren sie still und sahen ihn jetzt an. Der verkippte Eistee tropfte vom Tisch, das Glas rollt noch ein Stück, nachdem es umgefallen war von dem Schlag auf den Tisch.

„Das Wohnzimmer bleibt Beige! Was soll diese Diskussion? Wie sieht das denn aus, wenn wir das Rosa streichen und Besuch bekommen?“

„Pink, Papa! Pink!“

„Sag ich doch. Rosa.“

„Pink!“

„Orange!“

Sein Blick zieht von seiner Tochter zu seiner Frau, die ihn ganz entrüstet ansieht und die Fäuste in die Hüften gestemmt hat.

„Das ist nicht so farblos.“

Diese Diskussion ist ihm wahrlich zu hoch. Was hat das jetzt mit Farblosigkeit zu tun? Seit wann sind noch mehr Farben außer Schwarz und Weiß farblos?

„Ach? Rosa ist farblos?“

„Pink, Papa.“

„Schön, dann eben Pink. Also Rosa.“

Das Mädchen atmet genervt durch und verschränkt die Arme vor der Brust. Noch einmal nuschelt sie ein ‚Pink!’ in sich hinein, jedoch so, dass der Vater nicht mehr darauf reagiert.

„Pink ist viel heller, als Orange und ich will dieses Farblose aus dem Wohnzimmer raus haben.“

„Pink ist nicht hell! Hell ist nur Rosa, aber das ist eine andere Farbe.“

„Ach, jetzt doch Rosa?“

„Nein! Pink! Das ist … “

„ … genauso hässlich, wie Orange. Es bleibt Beige.“

Beide Frauen lassen spontan die Arme fallen und sehen ihren ‚Mann im Haus’ einen Augenblick entsetzt an, eh das Mädchen wieder wirklich eingreift, die Mutter jedoch mit den Händen dann abwinkt und sich abwendet.

„Papa~! Pink ist nicht hässlich.“

„Es ist Rosa. Was willst du mit einem Rosa Wohnzimmer?“

„Pink~!“

Pink~!

Er ahmt seine Tochter gern nach, wenn sie so zickig wird. Warum? Einfach so.

„Papa~!“

Papa~! … es bleibt Beige. Basta!“

Doch als er sich wieder seinem Eistee zuwenden will, wenigstens, um ihn aufzuwischen, fällt ihm etwas auf.

„Wo ist deine Mutter?“
23.4.07 15:13


[Donnerstagschallenge 20070405]

Titel : Sonderausgabe
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Challenge : #2 Geld regiert die Welt
Wörter : 100 ( kann es jetzt als Drabble gewertet werden? Trotz der „…“? XD )
Kommentar : In unserer Sonntagszeitung is immer n kurzes Gespräch drin über irgendwelche Belanglosigkeiten. Ich les das aber unheimlich gern, weil’s meist doch irgendwie schmunzeln lässt. Ich hab versucht, eben solches zu vollbringen … ^^““

„Wieso hat die Stadt eigentlich Geld für neue Hotels, aber nicht für uns?“
„Weil wir der Schandfleck der Stadt sind.“
„Eben. Mit einem einfachen Dach über dem Kopf wäre uns doch schon geholfen und mit Geldern für solch~ ein Hotel hätte man dutzende Kopfdächer bauen können.“
„Das hätte aber keinen Eindruck gemacht.“
„ … stimmt. Protzige Hotels fallen mehr auf als Obdachlosenwohnungen.“
„Genau.“
„Wie hieß es noch? ‚Snob ist der Herrscher’?“
„’Geld regiert die Welt.’.“
„Ah ja … das meinte ich.“
„Zum Glück finde ich Politik stinklangweilig.“
„ … und hast zur Not ein leer stehendes Gebäude als Dach.“
„Yep.“

***

Titel : Es geht weiter
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Challenge : #1 Perfektion (bis zum bitteren Ende)
Wörter : 568
Kommentar : Wer kennt sie noch? ^^

Langsam wechselte er die Tasse heißen Tees von einer in die andere Hand. Er mochte warmen Tee, ohne Zweifel, eben deshalb hatte er ihn doch gewünscht, als er nach einem Getränkewunsch gefragt worden war. Doch, dass er jetzt richtig heißen~ Tee bekommen würde, das hatte er eigentlich nicht gedacht gehabt. Deshalb nur hatte er doch bisher nichts getrunken. Er würde sich alles verbrennen und dann gar nicht mehr den Geschmack genießen können. Er wusste zwar nicht genau, ob das jetzt handgefertigter Tee oder Primitiver aus dem Beutel war, aber Tee war nun mal sein absoluter Favorit und er wollte es genießen, ihn selbst in fremden Gefilden bekommen zu können.

Natürlich hatte sie ihn einen Moment etwas verwundert angesehen, als er sich einen Tee bestellt hatte, als sie nach einem Getränk gefragt hatte, doch hatte sie nur kurz überlegt, bis sie sogar sichtlich begeistert von der Idee gewesen und sofort abgerauscht war, einen solchen zu kochen. Eine ganze Kanne wohl gemerkt. Dabei hatte er eigentlich nicht vorgehabt die nächsten Tage hier zu verbringen, sondern lediglich diesen Nachmittag und Abend, an dem sie ihn eingeladen hatte.

Doch nun saß er hier in einem großen Sessel, neben sich über der Armlehne eine flauschige Decke, die dort garantiert nicht ohne Grund lag. Doch heute würde er sie nicht brauchen. Heute nicht. Schon allein des heißen Tees wegen, von dem er nun doch einen kleinen Schluck testete, ob er inzwischen trinkbar war. Doch musste er sofort wieder absetzen und die Tasse wieder sinken lassen. Immer noch zu heiß.

Langsam hob er den Blick wieder von der Tasse ab, sah stattdessen zurück zu seiner Gastgeberin, die noch immer etwas unschlüssig vor einer Vitrine stand und den Inhalt kritisch beäugte. Einen kurzen Augenblick zu einer Uhr geschielt, stellte er fest, dass sie nun schon seit mindestens sieben Minuten vor der Vitrine stand und das kleine Mitbringsel, das er ihr vor eben diesen sieben Minuten gegeben hatte, harmonisch in das Gefüge einzuarbeiten versuchte.

Immer wieder verschob sie etwas der anderen Kleinigkeiten oder stellte etwas komplett um, nahm Etwas raus, stellte dafür etwas Anderes hinein. Erst hatte sie ja darauf bestanden gehabt, dass sie das kleine Mitbringsel erst später einräumen würde, weil sie ihren Tick zu übertriebener Perfektion in dieser Hinsicht kannte. Doch er hatte sofort gesagt, dass es okay sei, da er so genug Zeit hatte, sich noch einmal in Ruhe umzusehen und der Tee so auch in Ruhe auskühlen konnte. Da kam ihre Eigenart, unnützes Zeug regelrecht perfide zu sammeln doch ganz praktisch.

Doch auf einmal schloss sie die Vitrine mit einem solchen Elan und wandte sich auch ruckartig wieder zu ihm zurück, dass er aufsehen musste und sie kurz fragend ansah.

„So ist es doch gut, oder? Man sieht, dass es neu ist, aber hebt sich nicht allzu sehr heraus.“

Er musste leicht grinsen. Für ihn wäre das wohl egal gewesen, wo es stand. Wäre sie~ mit so etwas zu ihm~ gekommen, hätte er es einfach auf den nächsten freien Platz gestellt und die nächsten Wochen und Monate damit verbracht, es immer woanders hinzustellen, bis es einen passenden Platz gefunden hatte. Ganz gegensätzlich zu ihr, die es sofort richtig machen wollte.

Er musste lächeln und konnte im ersten Moment nur knapp nicken, eh er die Tasse auf den kleinen Couchtisch abstellte, aufstand und zu ihr hinüber kam, um ebenfalls noch einmal ihr ‚Werk’ zu betrachten.

Vielleicht … war sie doch~ perfekt. Bis zum Ende.
5.4.07 20:33


[Sonntagschallenge 20070318]

Titel : Schlafmangel
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Challenge : #1 Rhythmus im Blut
Wörter : 1831
Warning : Death(?)
Kommentar : Hab zu spät zugeschaltet … >< … und alles, was mir spontan zu Erstem einfällt, ist Etwas, das die Challenge zwar erfüllt, aber wahrscheinlich doch anders, als es ursprünglich gemeint war … x____X – Sonderlich viel ist es auch nicht … *drop*

Gehüllt in nichts weiter als ein Kleidungsstück, dass man gemeinhin wohl am ehesten als knappen Bademantel definieren konnte, wie es von allen hier getragen wurde, saß sie mitten in einem langen, hell ausgeleuchteten Gang mit kaltem Fußbodenbelag und Fenstern auf einer Seite, die sich nicht öffnen ließen. Trotzdem war es etwas kühl und es zog auch und sie trug lediglich Sandaletten – die aber auch mehr an Badelatschen erinnerten und nur bedingt ihren Zweck erfüllten.

Die andere Wand war einfach kahl weiß gestrichen und nur in regelmäßigen Abständen waren ein paar Steinerne ‚Bänke’ in die Wand eingelassen, auf denen man, mit etwas Durchhaltevermögen gegen den kühlen Stein, sitzen konnte. Es drang durch den ‚Bademantel’ einfach hindurch.

Auf einer dieser ‚Bänke’ saß sie, den Blick ausdruckslos aus dem vergitterten Fenster sich gegenüber geworfen, die Knie zusammengezogen, die Füße soweit gemütlich gehoben, dass nur noch die Zehen knapp den Boden berührten. Die Hände waren in den ‚Bademantel’ gezogen. Die Linke war halb – aber auch etwas fester - um den unteren Teils des eigenen Halses gelegt und hielt sich dort fest. Die Rechte klammerte sich an das linke Handgelenk.

So spürte sie, dass sie noch immer am Leben war, erkannte den typischen, bei ihr durch ein Herzleiden verursacht unregelmäßigen, aber kräftigen Puls unter den Fingern. Dieser unverkennbare Rhythmus im Blut, der ihr fast schon höhnisch vorkam, als wolle er ihr entgegen schreien ‚Ätsch, das war wohl nix!’ … und in diesem Moment fiel ihr ein, dass es nichts brachte, durch eigene Körperkraft diesen Rhythmus unterbrechen zu wollen. Die Muskeln würden durchden Sauerstoffmangel zuerst nicht mehr regieren und die Halsschlagader sofort wieder frei geben von dem Druck, den sie mit dem Daumen darauf ausübte.

So war auch der zweite Versuch fehlgeschlagen.
18.3.07 16:51


[Sonntagschallenge 20070311]

Titel : Abstandhalter
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Challenge : #1 Rivalen
Wörter : 100 (plus 3x „…“)
Warning : Sinnlosigkeit! Ich~ fands spontan witzig … *drop*
Kommentar : Hänge seit Tagen schon in einem KreaTIEF … >___<

Da saßen sie also wieder. Mitten in der Küche, je in einer Ecke und den Blick zu dem jeweils anderen gerichtet. Fast reglos, mit, auf den anderen fixiertem, Blick starrten sie sich an, ließen den anderen keine Sekunde aus den Augen. Ein Blick in eine andere Richtung, selbst ein winziges, einzelnes Blinzeln hätte den Sieger und Verlierer bestimmt. Also starrten sie sich unentwegt an, als ginge es um ihr Leben. Dabei war diese Spannung nur durch eines zu erklären. So simpel und primitiv, dass es schon fast albern wirkte. Sie waren Rivalen! … und es existierte nur ein~ Futternapf! Katzen … Futterneid …

Titel : Klebeband
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Challenge : #2 „Was macht deine Zahnbürste in meinem Bad?“
Wörter : 1471 (inkl. „…“)
Warning : Kitsch … x___X
Kommentar : Es leben Chips und kleine Plastiktrucks! *___* (Muss man nicht verstehen.) / Steinchensammler, das is wichtig in der Landwirtschaft … ^^“

Wirre, schulterblattlange, rotblonde Haare, die gerade hier, wo es ringsherum nur Felder zu sehen gab, in dem zugigen Wind ordentlich durcheinander geworfen wurden und somit nach nur einer halben Stunde nicht mehr wirklich aussahen, als hätte es jemals eine irgendwie geartete Frisur darin gegeben. Lediglich ein völlig zermürbter, ehemals schwarzer, doch nun längst zu grün ausgeblichener Haargummi hielt die Mähne zusammen und verhinderte, dass die Strähnen ungewaschen und fettig ins Gesicht hingen.
Ein jugendliches Gesicht mit grünbraunen Augen, die im Moment völlig auf das fixiert waren, was der junge Mann tat. Dabei war er Mitte zwanzig, was er durch Ausweise und Ausbildungen glaubwürdig belegen konnte. Trotzdem hatte er noch immer diese kindliche Ausstrahlung auf den Wangen und in den Augen. Ganz besonders jetzt, da sie in der sengende Sonne auch noch richtig deutlich Grün leuchteten.

Sie hatte den Jungen vor knapp fünf- oder sechshundert Kilometern aufgesammelt. Er hatte eine zerschlissene Hose (ganz klischeehaft auch noch Jeans) getragen und ein offenes, ursprünglich weißes Hemd. Doch auch das hatte inzwischen diesen bleichen, gelblichen Ton, der eindeutig zeigte, dass er schon lange unterwegs gewesen musste. Dabei sah er ansonsten so … ‚ordentlich’ aus. Man könnte fast meinen, er wäre einer dieser schwerreichen Firmenmogulsöhne. Doch wo er herkam, hatte sie bisher nicht heraus bekommen. Genau genommen interessierte es sie auch nicht. Schon allein, weil eh klar war, dass sie ihn irgendwann wieder absetzen oder zurück geben musste, wenn sie weit genug gekommen waren und er sich lange genug von ihr hat durchfüttern lassen. Wie gut, dass er inzwischen gelernt hatte, ihren Lebensstandart zu verstehen und auch noch mitzuhelfen.

Jetzt stand sie hier, die Arme auf eine Schaufel gelehnt, die sich vor sich in den Boden geschlagen hatte und beobachtete den Jungen, der etwa 50 Meter von ihr entfernt voller Tatandrang und zum Trotze der 30°C im Schatten mitten auf diesem riesigen Feld Steinchen einsammelte und in die dafür gedachte Schubkarre warf – oder es zumindest versuchte. 50% landeten ohnehin daneben, was ihn aber nicht zu kümmern schien.

Der leichte, weißliche Rauch ihrer Zigarette verflog nicht, sondern stieg in leichten Kräuseln ungehindert zum Himmel auf, den er jedoch nie erreichte. Es war viel zu warm, viel zu hell und eigentlich hätte sie jetzt viel lieber mit einem Kaffee und im Bikini vor ihrem Wohnwagen auf der Liege gelegen und dieses Wetter ausgenutzt, um mal wieder einfach nur faul und ungeniert die Sonne zu genießen. Doch Prioritäten mussten nun mal gesetzt werden und ein Kurzeitjob auf einem dieser Felder war nicht zu verachten. Es gab nicht viel Geld dafür, aber immerhin so viel, dass es für die nächsten 500 Kilometer Sprit reichte – und genau das~ war mit Abstand der größte Luxus, den sie sich leistete und wohl auch weiterhin leisten würde. Superbenzin für eins-fünfzig. Zigaretten wurden geschnorrt …

Sie hob den Blick gen Himmel zu einer vereinzelten Schleierwolke, die allerdings auch nicht aussah, als würde sie sich noch lange halten und folgte deren Bahn einen Moment mit den Augen, ehe sie diese einen kurzen Moment schloss und Kopf und Gesicht wieder sinken ließ - versuchte, den blauen Schleier wieder abzuwerfen. Mit einer ruckartigen, automatisierten Bewegung war das Base-Cap wieder auf dem Kopf, das sie bis dahin in einer Hand gehalten hatte, während sie mit der anderen die Zigarette ‚bedient’ hatte. Ein letzter Blick zu dem Jungen und schon schwang sie sich die Schaufel über die Schulter. Die kleinen Brocken Erde, die sie dabei mitzog, ignorierte sie gekonnt. Statt dessen ging sie gemächlich hinüber zu der Schubkarre und warf die Schaufel dort hinein, eh sie anfing, die Steine, die der Junge darum verteilt hatte, einzusammeln und wirklich in die Schubkarre zu werfen. Sie selbst war da zielsicherer.

~

Sehr kurze, von der Sonne zu wasserstoffblond ausgeblichene, leicht sandige Haare und ein energischer, fester, dunkelblauer Blick. So hatte er sie kennen gelernt. Mit einer halb aufgerauchten, dann aber gelöschten Zigarette im Mund, die sie offensichtlich nur der Gewohnheit halber im Mund hatte. So hatte sie zu ihm hinab geblickt, als sie neben ihm mitten auf der Landstraße Halt gemacht hatte und so einen Augenblick lang den Unmut von ein paar hinter ihr Fahrenden auf sich gezogen hatte. Doch weder das, noch der sichtlich perplexe Blick seinerseits hatte sie abgebracht von dem, was sie gewollt hatte.

„Steig ein! Bis zur nächsten Stadt nehm ich dich mit.“

Er hatte kein Schild getragen, die Hand in der Hosentasche und einen Knopf von seinem CD-Player im Ohr gehabt. Er hatte nicht einmal ansatzweise so ausgesehen, als wolle er mitgenommen worden. Trotzdem hatte sie angehalten und war bereit gewesen, ihn mitzunehmen. Einen Moment lang hatte er wirklich überlegt, einfach abzusagen und weiter zu laufen. Doch irgendwie hatte er dann doch mechanisch genickt und war eilig um das Fahrzeug herumgelaufen und eingestiegen. Vielleicht lag es einfach daran, dass er vorher nie in einem Wohnwagen mitgefahren war und in diesem Moment so gesehen die einmalige Gelegenheit dazu gehabt hatte.

Dass er nun noch immer bei wir war, lag einfach daran, dass er sich spontan auf den etwas ausgeleierten, alten Sitz in dem etwas mitgenommenen, alten Wohnwagen wohl gefühlt hatte und prompt tief eingeschlafen war. Die nächste Stadt war schnell erreicht, doch statt ihn zu wecken, hatte sie ihn einfach mitgenommen. Klingt zwar wie eine Verwechslung oder eine Entführung, aber da er vor dem einschlafen nicht einmal ansatzweise irgendwie ein Ziel angegeben hatte, wohin er denn gewollt hatte, war sie wohl einfach von einem Landstreicher ausgegangen und hatte Recht behalten.

~

„Linda?“

Es klang gequält, lang gezogen und äußerst fertig und sie hob etwas skeptisch den Blick. Dabei war das gar nicht ihr Name. Eigentlich hieß sie ja ‚Lindseil’. Doch das hatte er sich von Anfang an nicht merken können und so hatte sie sich nach und nach an diesen Spitznamen gewöhnt. Ein Name, der deutscher war, als sie selbst.

„Die zehn Stunden sind um … ich habe Hunger.“

Ein seltsamer Junge. Ob er auch zwölf Stunden arbeiten würde, wenn sie das morgens so festlegen würde? Er fing wirklich erst dann an zu mosern und maulen, wenn die abgesprochene Zeit vorüber war. Anfangs, um ihn auf die Arbeit, die sie selbst tat, einzustimmen, hatte sie ihm erst etwas von acht Stunden erzählt und er hatte nach acht Stunden sich fallen gelassen. Kaum, dass sie auf zehn erhöht hatte, war er auch auf die zehn Stunden umgestiegen und ließ sich erst dann~ fallen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn jetzt lag er auch gerade mit ausgebreiteten Armen auf dem Feld und hatte nur den Kopf soweit gedreht, dass er Lindseil ansehen konnte.

Doch ihr Blick fiel zurück auf die Schubkarre und die Steine darin, während sie noch ein paar drum herum liegende, aufgesammelte hinein warf und sich die Hände am Gesäß an der Hose abwischte.

„Markier wenigstens noch die Stelle und bring die Karre weg.“

Sofort war er wieder auf den Beinen und nickte knapp, wenn auch etwas müde. Doch ohne ein weiteres Widerwort half er, die restlichen ‚Fehlwürfe’ einzusammeln, in die Schubkarre zu werfen und das Markierfähnchen aufzustellen. Letzteres tat er eigentlich auch allein, während Lindseil sich auf den Weg zu ihrem Wohnwagen machte, unterwegs die Zigarette wieder löschte und sich den Rest für den nächsten Tag aufsparte.

~

Er aß alles, was sie ihm vorsetzte. Sei es Bohnen aus der Dose, Spinat, der seit zwei Tagen abgelaufen, aber durchaus noch essbar war oder irgendein suspekter Brei, den sie sich selbst einmal zusammengestellt hatte, der aber alles beinhaltete, was der Körper an Vitaminen und sonstigen Inhaltsstoffen benötigte. Als hätte er sein Leben lang nichts anderes bekommen. Manchmal staunte sie darüber, manchmal war sie sogar glücklich, dass er alles so widerwortlos aß, auch wenn sie sich manchmal gewünscht hätte, dass er ihr sagte, wenn es versalzen war. Das gab es schließlich auch.

Doch genau jetzt, in diesem Moment, da sie ihn beobachtete, wie er mit Genuss die Hühner-Gemüse-Brühe schlürfte, störte sie etwas ganz anderes. Etwas, das ihr vorhin aufgefallen war, kurz nachdem sie vom Feld zu ihrem Wohnwagen zurück gekommen war und sich erst einmal grob die Hände und das Gesicht gewaschen hatte. Eigentlich etwas Nebensächliches, doch es war ihr sofort aufgefallen.

„David? … Was macht eigentlich deine Zahnbürste in meinem Bad?“

Sein Kopf ruckte hoch, er verschluckte sich fast an dem letzten Schluck und hustete kurz, bevor er sich die Hand auf den Mund legte und noch leicht nach Luft rang. Erst dann sah er sie wirklich an und senkte den Blick kurz ab, ließ das Gesicht folgen und ließ auch die Hand wieder sinken. Sein Blick glitt daraufhin zurück zu ihr, doch das Gesicht ließ er gesenkt und ein wenig hatte es den Anschein, als würde er etwas beschämt sein.

„Soll ich sie in meiner Tasche verstauen?“

„Darum geht’s nich.“

Er hob das Gesicht wieder an und runzelte leicht die Stirn.

„Nicht? Was … ?“

„Als ich dich aufgesammelt hab, hatteste so was nich bei … Also?“
12.3.07 07:57


[Donnerstagschallenge 20070215]

Titel : Spezialmischung
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original (diesmal keine Fortsetzung)
Thema : #2 Blondinen bevorzugt
Warnung : silly?
Wörter : 379 (laut WORD)

Noch einmal kontrollierte das Mädchen zur Sicherheit die Aufschrift auf der Packung. So wirklich sicher war sie sich nicht, ob das wirklich stimmen konnte, was man ihr erzählen wollte mit dem, was dort stand. Dazu wirkte das, was sie sah, einfach ZU … ‚anders’. Unruhig kaute sie gleichzeitig auf ihrem Kaugummi herum, spielte mit dem kleinen Pinsel in den Resten, die sie noch in der Schüssel hatte und starrte den Text an, der sich ihr bot.

Für sich selbst las sie es noch einmal laut vor und hob dann den Blick in den Spiegel vor sich. Kritisch wandte sie den Kopf nach rechts, sah in den Spiegel und das Gleiche wiederholte sie links. Noch immer konnte sie sich nicht so recht mit dem Anfreunden, was sie sah. Es war einfach zu hell für das, was sie hatte haben wollen. Natürlich könnte das auch einfach mit ihrer eigenen Natur zusammenhängen, doch war vom Hersteller – laut Aufschrift – ein genaues Ergebnis versprochen worden.

„>Natural Red< … “, wiederholte sie noch einmal für sich selbst und sah wieder auf die Packung, drehte diese nun auch etwas in den Händen und suchte nach noch mehr Aufschriften, die sie lesen konnte. Doch der Rest waren alles – für sie kryptische – Zeichen oder einfach unverständliche Sprachen.

Doch auf einmal verharrt sie in allen Bewegungen und starrt nur noch perplex auf das kleine Zettelchen, das am Boden der Verpackung klebte. Der Boden interessierte sie normalerweise nicht, dort sah sie niemals nach. Doch diesmal hätte sie es vielleicht schon viel eher tun sollen.

„Jana!“, entfuhr es ihr erschrocken und mit einem Satz war sie aus dem Bad in das Zimmer ihrer kleinen Schwester getobt, hatte unterwegs ein paar Hefte von einem Schrank gerissen und starrte nun auf eben genannte Person hinab, die auf dem Boden lag und eines ihrer seltsamen Hefte las.

Angesprochene hob nur langsam den Blick, desinteressiert, als hätte sie nichts getan und müsse nun nachfragen, was denn passiert sei. Doch als sie ihre Schwester sah und den giftigen Blick, den sie ihr widmete, musste sie grinsen und richtete sich langsam auf, das Heft liegen lassend.

Die Jüngere hob eine Hand, hielt sich den Zeigefinger gegen das untere Lid ihres Auges und zog dieses hinunter. Gleichzeitig präsentierte sie stolz der großen Schwester die gepiercte Zunge.

„Blondinen bevorzugt!“

Titel : Spaßfaktor
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Full Metal Alchemist
Thema : hatte eigentlich „#2 Blondinen bevorzugt“ werden sollen, aber man kam vom Thema ab … *drop*
Warnung : silly!! Nix Beta … xX
Widmung : Miza-imôto-san (weil sie mir mit dem Chara geholfen hat)
Wörter : 497 (laut WORD)

Sein Kopf lag – mehr oder weniger bequem – auf dem hohen Tresen, den Rücken zu eben diesem gekehrt, den rechten Arm nach hinten darauf gelehnt. Sein Blick war auf seine linke Hand gerichtet, in der er den schwarzen Haargummi hatte und den er - mehr oder weniger gekonnt – zwischen den Finger drehte, dehnte und knotete. Zugegeben … ihm war langweilig. Eine Tatsache, die ihm oft unterkam, wenn er nur fünf Minuten einmal nichts~ zu tun hatte. Nicht einmal ein Buch war zu lesen. Das hätte ihm ja schon gereicht. Vielleicht … für zehn Minuten …

Neben ihm saß – mehr oder weniger sicher – sein ‚kleiner’ Bruder auf dem Tresenhocker und gab sich wirklich Mühe, sich etwas auszudenken, das man in diesem Kaff, in dem sie sich befanden, tun konnte. Abgesehen vom Weiterziehen. Doch es war zu stürmisch draußen und im Moment traute sich sicherlich nicht einmal eine der tonnenschwer beladenen Karren nach draußen.

So saßen sie also fest – mehr oder weniger jedenfalls. Al machte nicht den Eindruck, als könne er sich noch lange auf dem schmalen Hocker halten, doch noch hatte es auch nicht den Anschein, als würde er demnächst eben diesen Hocker ‚verlassen’.

Sein Blick zog zurück zu seiner Hand, nachdem er Al einen prüfenden Blick gewidmet hatte und beobachtete jetzt den Haargummi zwischen seinen Fingern. Doch noch bevor er wieder fortsetzen konnte, hatte er Daumen und Zeigefinger so gespreizt, dass der Gummi sich selbstständig machte und im hohen Bogen quer durch den Raum flog. Doch statt aufzuspringen, um ihn gleich wieder einzusammeln, beobachtete er gelangweilt die Flugbahn und konnte so den genauen Punkt ausmachen, wo er landete.

Langsam ließ er sich von dem Hocker gleiten und stiefelte – mehr oder weniger elanvoll – zu dem Gummi hinüber und hockte sich hin, hob den Gummi wieder auf, sah auf einen Moment darauf und erhob sich dann wieder, wandte sich zurück zum Tresen. Ein weiterer prüfender Blick zu Al und schon hatte er den Gummi wieder zwischen den Fingern; jetzt jedoch grinsend.

Beobachtet von ein paar anderen, die in dieser Kneipe Schutz gesucht hatten, hob er die linke Hand wieder, steckte die andere in die Hosentasche und schnippste den Gummi zurück zum Tresen. Ohne zielen, ohne Grund – ein reiner Langeweilekiller. Nur, dass das Geschoss dann ausgerechnet den Helm seines Bruders mit voller Wucht traf, war eigentlich nicht seine Intention gewesen. Überrascht wandte sich Getroffener nach hinten, hob sich einen Panzerhandschuh gegen den hinteren Teil des Helmes und bemerkte erst Sekundenbruchteile später, wie das bis eben erfolgreich gehaltene Gleichgewicht in sich zusammenbrach und er zur Seite kippte.

Sofort lag die volle Aufmerksamkeit der gesammelten Mannschaft, die sich in der Kneipe befand – sage und schreibe : ACHT Leute – auf dem ‚Häufchen’, das jetzt – mehr oder weniger sortiert – vor dem Tresen lag und offensichtlich nicht ganz realisierte, was gerade geschehen war.

Ein, zwei Gäste gesellten sich sofort zu ihm, versuchten sogar irgendwie sozial zu scheinen und ihm aufzuhelfen. Ein anderer Gast widmete sich dem ‚Schützen’.

„Na, Kleine ... Blonde haben wohl doch~ mehr Spaß im Leben?“
15.2.07 21:21


[Sonntagschallenge 20070211]

Titel : spontan
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Thema : #2 „auf frischer Tat ertappt“ (in gewisser Weise auch #1 „Valentinstag“)
Danksagung an : kaiya07 (weil sie „unüblich“ dreimal gelesen hat und es trotzdem gut fand … ^^“), tsutsumi (wegen ihrer schönen ‚Grins-Aussage’, bei der ich so frei war, sie noch einmal aufzugreifen)
Wörter : 1015 (laut WORD)

Sie wusste nicht genau, warum und für wen sie das tat. Vielleicht auch einfach nur für sich selbst, man musste schließlich nicht immer nur an andere denken. Egoismus war in gewissem Maße völlig okay. Man musste nur wissen, wann, wo und wie viel und vielleicht war heute der Tag, an dem sie einfach alles, was sie tat, nur für selbst tat und nicht einen Gedanken an andere verschwendete. Nicht einmal an ihren großen Bruder, der manchmal tagelang bei ihr wohnte, nur weil er mal wieder sich mit seiner Frau in den Haaren gehabt hatte. Die Gründe dafür waren ihr nicht bekannt, es interessierte sie auch nicht. Er war ihr Bruder. Mehr Gründe gab es für sie nicht, ihn aufzunehmen, wann immer er es nötig hatte.

Noch einmal betrachtete sie die liebevoll angeordneten Kunstkerzen auf dem obersten Fach ihrer Schrankwand im Wohnzimmer, bevor sie die kleine Leiter hinab stieg. Ihr Blick zog jedoch gleich wieder nach oben, prüfend, wie es aus dieser Perspektive wirkte. Einen Moment lang musste sie leicht grinsen. Ihr großer Bruder wäre sicher auch ohne diese Leiter an den oberen Teil der Schrankwand heran gekommen. Er war sichtlich größer als sie. Doch das störte sie nicht. Wie gesagt : Er war ihr Bruder.

Sie hatten sich schon immer so gut verstanden. Natürlich gab es die regelmäßigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen, wie es sie nun einmal zwischen Geschwistern gab. Allein schon der natürliche Neid, auf das Leben des jeweils Anderen, obwohl man mit dem Eigenen völlig zufrieden, mit Sicherheit auch glücklich war. SIE war es jedenfalls. Glücklich. Zufrieden mit sich, ihrem Leben, ihrem Gästezimmer, das sie immer für ihren Bruder bereit hatte und sie war zufrieden mit der Anordnung der Kunstkerzen auf ihrer Schrankwand. Auch, wenn das eigentlich mit dem Rest wohl nicht viel zu tun hatte.

Ein bestätigendes Nicken ihrerseits und die Kerzen hatten ihren Stammplatz fest erhalten. Einen Platz, an dem sie ab jetzt die nächsten Jahre stehen würden, bis sie sich traute, sie einmal abbrennen zu lassen. Doch bis dahin würden sie wohl nur hübsch aussehen und vor sich hinstauben, so weit oben auf der Schrankwand. Trotzdem war sie zufrieden mit ihrer Platzwahl und wandte sich von ihnen ab, klappte die kleine Leiter zusammen, die sie in den Flur ihrer Wohnung brachte und dort am Rand, an die Wand gelehnt, stehen ließ. Wegräumen konnte sie sie später noch. Besuch erwartete sie nicht.

Sie mochte solche Kleinigkeiten, wie diese Kerzen, die eigentlich niemand brauchte und die eigentlich nur herumstanden. Staubfänger. Kleine Dinge, die man wöchentlich abwischen musste, damit man nicht allzu sehr ihnen ansah, dass es Staubfänger waren. Von ihren Kolleginnen wurde so etwas gern ‚Klim-Bim’ oder ‚Trödel’ getauft. Dinge, die man nicht wirklich brauchte und die man trotzdem gern um sich hatte. Reine Ästhetik vielleicht?

Mit einem kurzen Handgriff hatte sie die zurück gebundenen Haare wieder geöffnet, da sie ihr vorher im Weg gewesen wären, hätte sie sie offen gelassen. Der Haargummi landete achtlos auf der Kommode im Flur neben dem Telefon in einer kleinen Glasschüssel, wo sie auch Haarklemmen und Spangen liegen hatte, die sich mitnahm, wenn sie morgens wusste, dass sie so etwas nachmittags oder abends brauchen würde.

Noch einmal besah sie sich in dem Spiegel, der auch dort hing und ordnete sich die Haarsträhnen neu, bevor sie sich wieder dem zuwandte, was sie noch tun wollte. Ihr Blick sank ab auf ein Schlüsselbrett, von dem sie einen kleinen, eher unscheinbaren Schlüssel nahm, der jedoch entgegen der eigenen Größe, einen vergleichsweise großen Anhänger ein Plüschtieres hatte, das ein Schild in Händen hielt mit der Aufschrift ‚Briefkasten’. Ein Geschenk, das sie vor ein paar Jahren von ihrem Bruder zum Valentinstag bekommen hatte. Etwas ungewöhnlich, aber er schenkte ihr immer etwas. Es war aber auch eher so, dass seine Frau ihn dazu zwang, das zu tun. Sie war in solchen Dingen doch wirklich hartnäckig und ernst. Ebenso eine Frau, die kleine Staubfänger mochte.

Mit Hausschuhen und einer dünnen Tagesjacke bewaffnet, um nicht bei diesen Temperaturen im kurzen Oberteil durch das Haus zulaufen – der Briefkasten befand sich im Erdgeschoss – stieg sie die zwei Etagen hinab. Einen Fahrstuhl hatte ihr Haus zwar, einen ziemlich großen sogar, doch das letzte Mal hatte sie ihn zum Einzug benutzt. Das war auch schon ein paar Jahre her.

Etwas erstaunt blieb sie stehen, als sie erkannte, dass in dem Moment, da sie die letzten Stufen hinab kam, ein junger Mann etwas in ihren Briefkasten zu werfen versuchte. Jedoch schien die Sendung dicker zu sein, als der Briefschlitz es zuließ, diese im Kasten aufzunehmen. Sofort musste sie lächeln, als sie ihn erkannte. IHN würde sie wohl noch die nächsten Jahre immer wieder erkennen, rief es ihr doch immer wieder die Erinnerung in sie zurück, wie sie sich getroffen hatten und wie er sie gewisser Weise - um drei Ecken herum – angeschmachtet hatte. Etwas, das ganz offensichtlich noch nicht nachgelassen hatte.

„Ertappt!“

Sie ließ es sich nicht nehmen, wieder zu grinsen. Wie kam es nur, dass sie immer auf einmal noch bessere Laune hatte, als schon vorher, wenn sie ihn traf? Vielleicht lag es einfach an seiner Art? Etwa, wie er jetzt erschrocken herumfuhr, das kleine Päckchen nur mühsam festhalten konnte, als er zusammen zuckte und es abrupt aufgab, es im Briefkasten verstauen zu wollen. Ein bisschen fand sie es gemein, dass er sich nach der Abgabe gleich wieder aus dem Staub machen wollte, doch allein die Geste ließ sie gleich darauf lächeln.

Er tat es ihr gleich, lächelte und zog einen kurzen Augenblick die Schultern nach oben, senkte den Blick auf das nun leicht ramponierte Päckchen ab, das er ihr dann entgegen hob, während sie die letzten paar Stufen und Schritte zwischen Treppe und Briefkästen hinter sich brachte, die Jacke etwas um sich zog, um nicht zu frieren. Doch das kleine, rote Päckchen – offensichtlich mit Pralinen gefüllt – nahm sie trotz allem an sich, hörte derweil auf seine Worte, weshalb er nicht nach oben gekommen war.

„Ich wusste nicht, inwiefern Sie zuhause sind und wollte kein störendes Klingeln an der Tür sein.“

Vielleicht gab es doch einen Grund, weshalb sie sich ausgerechnet HEUTE solche Mühe mit den Accessoires gemacht hatte.
11.2.07 16:54


[Donnerstagschallenge 20070208]

Titel : unüblich
Autor : (Problem)FALL
Fandom : Original
Thema : #2 Blau
Warnung : vermutlich etwas verwirrend …
Wörter : 1255 (laut WORD)

„Ist das normal?“.

Langsam hebt sie die Hand und deutet auf ihren Gegenüber, der, in dicke Decken gehüllt, auf einem Sessel sitzt und bis eben versucht hatte, möglichst wenig Luft zwischen sich und die Decke zu lassen. Dabei war Luft der ideale Wärmedämmer – was regelmäßig ignoriert wurde.

Doch langsam hob er jetzt den Blick von der Decke, auf die er gestarrt hatte und blickte die junge Frau vor sich einen Moment lang fragend an, bevor er sich kurz umsah, als würde sie nicht auf ihn, sondern HINTER ihn deuten. Er konnte spontan nicht ganz glauben, dass er selbst gemeint war und nahm deshalb an, sie würde einen Fleck an der Wand meinen, oder was auch immer sich hinter ihm befand. Eigentlich war ihm das gerade herzlich egal, Hauptsache, er würde bald wieder diese Krämpfe in den Armen loswerden, die sich eingestellt hatten, nachdem er seit Stunden schon viel zu viel gezittert hatte. Es kam ihm vor, als müsse er noch mehr zittern, um wieder zu Wärme zu kommen, doch ging in dieser Hinsicht gar nichts mehr. Alles hatte sich verhärtet und er war froh, die Finger noch soweit bewegen zu können, dass er die Decke festhalten konnte.

Die beiden kannten sich eigentlich gar nicht. Es ist eher ein Zufall gewesen, dass sie sich über den Weg gelaufen waren und jetzt hier zusammen in einer, vermutlich IHRER, Wohnung saßen, er in Decken gehüllt und nach Wärme bettelnd – sie mit einer warmen Tasse Tee, die sie ihm eigentlich zum Aufwärmen hatte geben wollen. Doch seit er dort saß mit den Decken, hatte er nicht einmal den großen Zeh wieder heraus gestreckt. Fast reglos saß er dort, die Decken um sich geschlungen, den Blick jetzt zu ihr gehoben.

Sie lächelte, obwohl sie doch etwas besorgt aussah. Dieser skeptische Ausdruck auf dem Gesicht, das sie unverwandt zu ihm hielt. Auch deutete sie noch immer zu ihm und meinte wohl doch ihn selbst, was ihn natürlich etwas irritierte. Deshalb wagte er ein knappes Kopfabsenken, als Zeichen, dass er nicht recht wusste, was sie meinen könnte. Gleichzeitig hob er den Blick, um sie weiterhin anzusehen, trotz des abgesenkten Gesichtes.

„Dieses Blau … ich glaube nicht, dass das normal ist.“

Wieder ein erstaunter Blick von ihm. Er wusste noch immer noch Recht, was sie meinen könnte und hob jetzt auch die Schultern ganz kurz, bereute es aber auch, da ihm in dem Moment ein Teil der Decken von den Schultern rutschte und die gerade angestaute Wärme wieder frei ließen. Eilig befreite er die Hände aus den Decken, wollte diese wieder um sich werfen. Doch noch bevor er wirklich zugreifen konnte, hatte seine neue Begleiterin reagiert und eine seiner Hände festgehalten.

„Das reicht. Trink den Tee, dann wird es besser, glaub mir.“

Etwas überrascht darüber, wie schnell sie war, nickte er nur noch knapp und hielt ihr eine Hand offen hin, dass er die Tasse annehmen würde. Doch als sie sie ihm reichte und er zufassen wollte, musste er noch einmal absetzten. Die Tasse war wirklich verdammt heiß. Das hatte er eigentlich nicht erwartet gehabt, so lange, wie er nun schon hier mit ihr saß und eigentlich saß sie doch mindestens genauso lange mit der Tasse heißem Tee dort. Hieß das, er saß noch gar nicht so lange hier, wie er gedacht hatte?

Er sah sie noch einmal an und ballte die Hände kurz ein paar Mal, versuchte, den schwachen Schmerz von der zu heißen Tasse wieder abzulegen. Dann erst probierte er es noch einmal, griff wieder nach der Tasse, diesmal jedoch am Henkel, wo er sie einem Moment etwas unsicher hielt, da auch sie selbst noch ihre Hand daran hatte.

Einen Augenblick lang hatte er ein äußerst kitschiges Bild aus irgendeinem amerikanischen Liebesfilm im Kopf, in der auch er und sie die gleiche Tasse berühren, sich dann lange ansehen und … knapp schüttelte er den Kopf und den Gedanken ab. Ein Film. Unwichtig. Denn hier geschah etwas Anderes. Sie zog die Hand nämlich sofort zurück und stand auf, statt ihn lange anzusehen, ging ein paar Schritte und verschwand dann hinter einer Tür. Im Gegenteil, es schien, als hätte sie nur darauf gewartet, sich von ihm abwenden zu können.

Hatte sie nicht eben eine Frage gestellt, die er ihr noch nicht beantwortet hatte? Langsam ließ er den Blick durch das Zimmer schweifen. Ein Wohnzimmer. Couch, Fernseher, alles da, aber es schien irgendwie ein wenig … größer als bei ihm selbst. Offensichtlich eine bessere Wohnung, als er selbst hatte. Obwohl der Fernseher nicht viel größer schien, als seiner.

Ruckartig hob er den Blick wieder, als sie zurückkam. Jedoch ruhig, ohne Hektik und mit einem Teller und einem Löffel bewaffnet. Spontan schossen ihm zwei Fragen durch den Kopf : Hatte sie gerade Suppe gemacht? Wenn ja, weshalb war das so schnell gegangen und WIE hatte sie das gemacht, obwohl sie doch bis eben bei ihm gesessen hatte? … Oh, okay, zugegeben, das waren DREI Fragen. Trotzdem beantwortete sie nicht eine von ihnen, als sie sich langsam wieder zu ihm kniete und ihm Teller und Löffel entgegen hielt und er musste wieder einen Moment lang stutzen.

Da saß er nun dort, mit Decken um sich verteilt, einem heißen Tee in der Hand, den er nicht trinken konnte, weil er ZU heiß war und jetzt sollte er noch einen Suppenteller annehmen? Abgesehen davon, dass sich die erste Frage damit beantwortete und eine Neue aufkam. Doch er machte es sich halbwegs einfach und stellte die Tasse einfach erst einmal auf den flachen Couchtisch, der etwas entfernt stand. So musste er sich danach strecken, doch erreichen tat er ihn.

Sie nickte sofort, als er ihr noch einen letzten, prüfenden, fragenden Blick widmete, ob er denn die Tasse dort abstellen konnte. Doch ihr Nicken bekräftigte sein Handeln und er ließ die Tasse unbeachtet dort stehen, wandte sich dem Teller und dem Löffel zu, was er beides an sich nahm; etwas wackelig, aber sicher. Sofort lächelte sie und stützte sich die Wangen in die Hände, beobachtete ihn, wie er versuchte, auf dem Sessel, mit Decken um sich und ohne Tisch eine Suppe zu löffeln, von der er nicht wusste, woher sie so schnell kam. Doch annehmen tat er sie ohne zu murren. Sie war auch heiß, aber nicht ganz so heiß, wie der Tee. Sie war essbar. Durchaus … lecker sogar.

„Okay, es war wirklich~ nicht normal. Aber jetzt geht’s es doch langsam weg.“

Sie lächelte wieder. Eine offensichtlich wirklich fröhliche, junge Frau. Im Gegensatz zu ihm, der jetzt doch etwas hastig sich über das wässrige Essen hermachte und sie kaum noch beachtete. Zu ihrer Aussage jedoch hatte er kurz den Blick gehoben und ihr einen erneuten, fragenden Blick gewidmet, in Der Hoffnung, sie würde ihm erklären, was sie meinte. Natürlich könnte er auch einfach nachfragen. Doch … mit einem Löffel im Mund war das äußerst schwierig und die Suppe war ECHT lecker. Das musste er neidvoll zugeben. Solche einfache Gemüsebrühe machte er sich selbst ja auch ab und zu, aber SO hatte er das noch nie hinbekommen. Zumal sie ja nicht einmal selbst in der Küche gestanden zu haben schien, so schnell, wie sie mit dem Teller zurück gewesen ist.

„Aber dann stimmt es tatsächlich. Ich habe vorher noch nie jemanden mit blauen Lippen gesehen.“

Er musste schlucken und ruckartig den Kopf heben. Fast wäre ihm der Löffel aus der Hand gefallen, so erstaunt und gleichzeitig erschrocken war er über das, was sie sagte.

„Aber ich habe vorher auch noch nie jemanden aus einem zugefrorenen Teich geholt.“

Jetzt grinste sie. Eine WIRKLICH fröhliche, junge Frau mit einem äußerst strapazierfähigen Gemüt.
11.2.07 16:52



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