(Problem)FALL

"Ich bin ein ProblemFALL!"

~KreaTIEF~

Fotograf : Ati
Quelle : AnimeXX
Link : (im Bild)

17.5.09 00:15


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G R ≡ Y sagt (01:18):
Julius hat mich wiedermal genervt
Q_______Q'
ich kann nichts dafür ...ich zieh eben jeden mit meiner schönheit an úu

† Verkommener Sohn 2 * * TEEWURST † (MSN) sagt (01:18):
Manchmal bin ich ganz froh, dass ich so zeitig noch nich zuhause bin ... ;P

G R ≡ Y sagt (01:18):
*glitzer*

† Verkommener Sohn 2 * * TEEWURST † (MSN) sagt (01:19):
Fast~ jeden ... *wegsetz*

G R ≡ Y sagt (01:19):
aber

G R ≡ Y sagt (01:20):
*hinterher "räkel"*
das meinst du doch nicht ernst~
*kopf von hinten auf deine schulter leg* *umarm*
nichtwahr~
<3 <3 <3

G R ≡ Y sagt (01:21):
*an kieferknochen herum knabber*
*anstreng* ><
19.1.09 15:12


Hierbei handelt es sich um :

FALL_Fanell aka Drathk'Yal = Dray
Tabity aka Esélia = Sél

*

FALL_Fanell(22:16):
"Eifersüchtig?" ;D
*grabsch und ranzieh*

Tabity sagt (22:16):
*schlag* IDIOT!!!

FALL_Fanell(22:17):
Die hab ich nicht verdient ... ~~

Tabity sagt (22:17):
Und was war das mit Fou???

FALL_Fanell(22:17):
Er hat angefangen ... oo

Tabity sagt (22:18):
*schlag* du blöder Kerl!

FALL_Fanell(22:18):
Was denn? Dx
Kann dir doch egal sein.

Tabity sagt (22:18):
du heiratest mich in drei tagen du blöder Kerl!!!!

FALL_Fanell(22:19):
Politisches Papier ... *abwink*

Tabity sagt (22:20):
*zuck* *zitter* Du bist bald adelig! Und Vertreter einer ganzen Region. du POPPST hier niemanden mehr auser mich !!! wehe ich erwische dich noch mal

FALL_Fanell(22:20):
Es war nur flirten ... *anmek*

Tabity sagt (22:21):
mir egal *fuchtel*

FALL_Fanell(22:23):
*immer noch festhalt* - *fuchtelnden händen trotzdem ausweich*
Du sprachst aber von 'poppen'.

Tabity sagt (22:25):
Darum geht es nicht. Kein poppen, kein Küssen, kein Fummeln und kein anbaggern, nicht angucken und nicht flirten! *anfunkel*

FALL_Fanell(22:26):
Alles klar ... *sich hand auf augen leg* ... nichts angucken. Also bist du jetzt mein Blindenhund.

Tabity sagt (22:28):
*knurr* du weißt genau was ich meine! Du heiratest mich und musst dich entsprechend benehmen. Unglaublich. Dich steck ich erst mal eine woche zu Aiden... der bringt dir manieren bei

FALL_Fanell(22:33):
*hand wieder runter nehm* - Vergiss es. Der arme Kerl stirbt noch an Herzversagen.

Tabity sagt (22:34):
*anfunkel* du wirst lernen wie sich ein adeliger benimmt! *tsss*

FALL_Fanell(22:37):
Wozu? Du willst doch bloß die Unterschrift? - *anguck*

Tabity sagt (22:39):
Aber du lebst dann auch bei mir im Palast.
Also wirst du gefälligst dich an die Regeln halten... vor allen anderen sind wir ein verliebtes pärchen.. verstanden?

FALL_Fanell(22:44):
Zwei Jahre später? oo

*

Wie? Wo ich war? ... weg.
Brauchst du die Getränkerechnungen?
*verschlafen irgendwo rumsitz*

Tabity sagt (22:47):
*mit Fuß auf Boden trabbel* *stinksauer sei* wir hatten heute.... Besuch... man wollte meinen Ehemann sehen... *fauch*

FALL_Fanell(22:49):
*kaffee(?) schlürf* - Es gibt Bilder von mir.

Tabity sagt (22:50):
Darum geht es nicht! *anfauch* du lebst seit zwei jahren hier und wie oft warst du wirklich über Nacht im Palast?

FALL_Fanell(22:50):
Eh ... *wegguck* - *an einer hand abzähl*

Tabity sagt (22:51):
*anguck* *sprachlos*....

FALL_Fanell(22:51):
Komm schon ... es ist stinklangweilig hier.
*kopf auf tisch leg*
... und schlafen tu ich hier doch. Tagsüber.

Tabity sagt (22:53):
Du Depp! Wir sind verheiratet! Seit zwei Jahren! Ich hab die Faxen dicke. Du wirst absofort hier bleiben und nicht einmal mehr nachts rausgehen. Hast du ejtzt verstanden? Und du wirst Nachts gefälligst in UNSEREM Schlafzimmer bleiben!

FALL_Fanell(22:53):
*zunge rausstreck* - Bind mich doch fest.

Tabity sagt (22:54):
... wieviele ... waren es jetzt? seit du hier lebst

FALL_Fanell(22:55):
... *glubsch* - Ich hab schon vorher nicht mitgezählt, warum sollte ich jetzt damit anfangen.

Tabity sagt (22:57):
~WATSCH~ Idiot! Musst du alles und jeden poppen? Du bist verheiratet, reich ich dir nicht? *fauch>*

FALL_Fanell(22:59):
Au~ ... *wieder anguck* - Müssen~ nicht, aber - *grins* - ich bin eben toll.

Tabity sagt (23:01):
Blöde bist du! Gar nichts ist an dir toll! Zähl mal wie oft du in MEINEM Schlafzimmer die letzten zwei Jahre warst..."

FALL_Fanell(23:02):
Pff~ ... du zickst ja immer rum ... ~~

Tabity sagt (23:05):
*anguck* Ich bin dein Mann verdammt.

FALL_Fanell(23:13):
*grinsen muss* - "Mann"?? - *prust*
*pat*

Tabity sagt (23:16):
... *mit zuckendem Auge anguck* lass das! *fauch* nimm mich gefälligst ernst!

FALL_Fanell(23:17):
Hrm, ja, später. Nicht jetzt.
*kopf wieder auf tisch leg*

Tabity sagt (23:17):
*tisch mit hyperkraft wegtret* JETZT!

FALL_Fanell(23:18):
*aufschreck* - *tisch hinterher guck* - Manno~ ... ich schlafe doch halb.

Tabity sagt (23:19):
Ich geb dir gleich schlafen.
gott was hab ich nur getan... ich hätte damals bei Pri und den anderen bleiben sollen...

FALL_Fanell(23:21):
Mh~? Wärst du dann nicht mit diesem ... *wangen aufblas* - *dick zu machen versuch* ... verheiratet worden?

Tabity sagt (23:23):
*anguck* ... ja vermutlich ... aber der würde mich mehr im Schlafzimmer aufsuchen als du es tust... und wäre wesentlich netter und aufmerksamer...

FALL_Fanell(23:24):
... und hässlicher und ekliger. - Außerdem glaub ich nicht, dass er öfter da wäre. Der wollte doch auch nur die Maaacht~ ... *hände heb, als wär das was gaaa~nz wichtiges*

Tabity sagt (23:26):
Ja aber dann hätte ich mir ohne mich beim Palastrat rechtfertigen zu müssen einen Liebhaber nehmen können denn du Idiot scheinst ja kein Stück an mir mehr interessant zu finden wenn du dich an wildfremden, darumstreunenden Männern vergehst.
*fauch*

FALL_Fanell(23:28):
*aufguck* - Ach darum~ gehts dir. Sag doch, dass du dich benachteiligt fühlst. Dann nehm ich dich ab jetzt mit.

Tabity sagt (23:29):
*anblinzel* ... NEIN DANKE!

FALL_Fanell(23:30):
Aber im palast is so lang~weilig~ ... Dx

Tabity sagt (23:31):
Wie wäre es wenn du dich mal um mich kümmern würdest? bin ich etwa auch langweilig?

FALL_Fanell(23:32):
*seufz* - Du hast auch ständig irgndwelchen papierkram um dich rumliegen ...
Wer is denn hier der Herrscher?

Tabity sagt (23:33):
*anguck*
Also willst du lieber weiter fremdgehen und mich gar nicht mehr anfassen? *knurr

FALL_Fanell(23:34):
... seit wann heißt das auf einmal 'fremdgehen'? Oo

Tabity sagt (23:34):
wie heißt es denn sonst wenn du sex mit anderen Männern hast und nicht mit deinem Mann?

FALL_Fanell(23:35):
Es ist nur ein Papier.

Tabity sagt (23:37):
... ja es ist nur papier... na wenn das so ist. Du wirst absofort überwacht. *ruhig sag*

FALL_Fanell(23:38):
*schlagartig hellwach* - Moment~! Eh ... warte.

Tabity sagt (23:39):
hm? Ist doch nur Papier. Und du bist Priester wenn ich mich richtig erinner. Also wirst du absofort auch wieder so leben. Ich stelle dir 10 Priesteranwärter zur seite die dir nie von der SEite weichen. na? *lächel*

FALL_Fanell(23:40):
Dann komm ich auch dich~ nicht mehr ran. *auch lächel*

Tabity sagt (23:41):
*weiterlächel* das warst du doch seit einem Jahr nicht mehr.

FALL_Fanell(23:42):
Unterstellungen~! So~ lang war das nicht. ><

Tabity sagt (23:43):
*anfunkel* und ob das so lange war. Aber der Herr kann das ja nicht wissen wenn er seinen Dödel überall reinsteckt

FALL_Fanell(23:46):
*etwas in sich zusammen sink* - Toll. Ich brauch ein enues Buch zum Lesen ... ~~

Tabity sagt (23:47):
*anfunkel* *Vase schnapp und über Dray auskipp* IDIOT! *davon tapp*

FALL_Fanell(23:50):
*erwehrungen nichts helfen* - *hinterher guck* - *grins* - Wie ein kleines, eifersüchtiges Mädchen.

Tabity sagt (23:52):
*blöder Dray* *blöder Dray* *blöder Dray*

FALL_Fanell(23:55):
*hinterher lauf* - *arme um hals und brust schling* - Weglaufen ist nicht.

Tabity sagt (23:57):
*schreck* *stehenbleib* ... was soll das?... willst du nicht lieber versuchen abzuhauen um die Nacht mit einem neuen unschuldigen jungen Mann zu verbringen? *murmel*

FALL_Fanell(00:00):
*anguck* - Wie denn? Du hast überall irgendwelche Leibeigenen rumstehen, die deinen Überwachungsbefehl schon ausführen.

Tabity sagt (00:02):
*auf Boden guck* Hat dich bisher nie davon abgehalten zu flüchten...

FALL_Fanell(00:03):
*anguck* - *lächel* - ich muss dich doch mal mitnehmen, damit du siehst, was ich wirklich~ mache ...

Tabity sagt (00:04):
Das will ich nicht sehen. Es reicht doch schon das du grinsend nach hause kommst... und dann nur schläfst. Soll ich mir ansehen, wie du es mit jungen Dingern treibst?... das will ich nicht.

FALL_Fanell(00:08):
*etwas lockerer lass* - *hände aber an séls schultern halt* - Nein, sollst du nicht ... *hals küss*

Tabity sagt (00:10):
Mir reicht die Vorstellung schon...*murmel* *bissel zusammenzuck* uhm... was tust du denn?

FALL_Fanell(00:13):
*kurz absetz* - *hoch guck* - Das, was ich tun würde, könnte ich dich mitnehmen.

Tabity sagt (00:15):
*kribbeln um der Nase hab* ...soll ich dabei etwa mitmachen... wünscht du dir einen Dreier?

FALL_Fanell(00:18):
Quatsch. *lachen muss* - *inne halt* - Obwohl ... *anguck* - Nein, Schwerz. *eilig sag*

Tabity sagt (00:19):
*bissel schnauf* findest ... du mich noch atraktiv?

FALL_Fanell(00:21):
Nicht ganz. - *promt antwortet* - *loslass und ihn zu sich umdreh* - Das wäre nämlich untertrieben.

Tabity sagt (00:23):
*anguck* ... warum gehst du dann ständig weg? ... so schlimm ist es hier im Palast nicht.

FALL_Fanell(00:25):
*sich kurz umsieht* - Ich finde es ... komisch, fühl mich unwohl. *schultern zuck*

Tabity sagt (00:26):
Warum... schläfst du mit anderen? Wir sind verheiratet... auch wenn nur auf Papier aber...ich bereite mich jeden Abend auf dich vor.

FALL_Fanell(00:34):
*lächelt* - *hände an wangen leg und küss* - Du bist ja süß. Pass auf ... ich nehme dich wirklich mal mit. Dann zeig ichs dir. Was ich tue.

Tabity sagt (00:35):
*geküsst wird* >//////< *innerlich grad totfreut und schaum vorm mund hat* *rot* so?...also...uhm... okay
11.1.09 21:01


Der Vorgänger hierzu. Für das reine Verständnis vielleicht sinnvoll, es vorher zu lesen. Aber ich denke, man versteht es auch ohne den Text von damals.

Da es im MeXX-bLog eher zu finden war ... nicht über die Zeit und Datumsangaben wundern ... ^^"

***

[Chaleeya]

Nur schwerfällig schaffte er es, die Augen zu öffnen. Es war, als hätte er seit Tagen nicht richtig geschlafen gehabt und würde nun aus viel zu kurzem Schlaf schon wieder erwachen, da es der Köper sich angewöhnt hatte, nicht mehr zu schlafen, um das Pensum zuhalten, das man von ihm verlangte.

Das Letzte, woran er sich erinnern konnte, war der schockierte, angegriffene und gleichzeitig auch etwas angenervte Blick des Kleinen, als er ihm eröffnet hatte, dass man ihn vergiftet hatte. Woher die einzelnen Ausdrücke in diesem Blick gekommen waren, wagte er nicht zu spekulieren. Es würden nur Ergebnisse heraus kommen, die zwar sicherlich durchaus nachvollziehbar und sinnvoll, aber doch irgendwie utopisch gewesen wären. Zumal es irgendwie immer bei ihm selbst angekommen wäre, was ihm eingefallen wäre …

Ein nachträgliches Blinzeln, ein kurzes Zusammen ziehen der Gesichtsmuskeln, als müsse er sie nach einem Krampf oder einer Verzerrung lösen, ein erneutes Schließen der Augen. Erst dann konnte er, nachdem er die Augen wieder geöffnet hatte, erkennen, dass es eine Höhlendecke war, die er vergleichsweise weit über sich erkennen konnte. Fels, Steine und Moos. Unglaublich, aber … Moos. Eine feuchte Höhle. Hier gab es Wasser. Ein teures, seltenes Gut. Doch hier in den Bergen war es häufiger vertreten, als in den flachen Landgegenden. Das wusste er. Er war in hier, in einem solchen Gebirge, groß geworden.

Rechts neben sich konnte er jemanden sitzen sehen. Links … ja …
Jedenfalls war rechts dieser Junge, der von Anfang das meiste Interesse daran gehabt hatte, ihn und die anderen beiden durch zu bringen. Nicht, weil er sie brauchte für irgendeinen Auftrag. Nicht, weil er das Gefühl hatte, er musste es tun. Nein, sein Interesse am Überleben der drei Übrigen bestand lediglich darin, dass er einfach ein guter Mensch war. Gut, hilfsbereit, zuvorkommend. Vielleicht etwas zu~ nett und freundlich. Doch er~ war die gute Laune der Gruppe. Ohne ihn wären sie sicher nie so weit gekommen.

Er hatte die Beine angewinkelt aufgestellt, saß auf dem Boden neben dem, der gerade zu sich kam und hatte die Arme um die dicht an den Körper gezogenen Knie geschlungen, den Kopf darin vergraben. Vielleicht, weil er einfach müde und geschafft war (irgendwie musste der Aufwachende ja her gekommen sein), vielleicht macht es ihn auch noch immer fertig, dass er bis eben damit hatte rechnen müssen, dass einer von ihnen vergiftet irgendwo zurück gelassen werden musste,

„E- … Eleeas?“

Sofort ruckte der Kopf hoch und der Angesprochene, bis eben schlafend Scheinende, starrte vor sich – erst nur in die hintere Finsternis der Höhle, dann auf den vor ihm Liegenden hinab, fixierte diesen mit einem überforderten Blick, als sei er gerade von den Toten wieder auferstanden (vielleicht gar kein so abwegiger Gedanke).

„…“

Er wusste nichts darauf zu antworten. Brauchte er auch nicht. Es reichte, dass er sofort lächeln musste und knapp, abgehackt nickte, sich mit einer Hand kurz über die Stirn wischte. Er war wohl wirklich~ erleichtert, ihn wieder wach und vor allem am Leben zu sehen.

Allerdings war es dem Liegenden noch zu anstrengend, die Augen wirklich offen zu halten und nach einer ebenso knappen Erwiderung des Nickens, schloss er sie wieder und entspannte das Gesicht, ließ sich noch einmal fallen, noch einmal fassen von Schlaf, Ruhe und der Tatsache, dass dort tatsächlich jemand war, der gewartet hatte … und dass es jemanden gegeben hatte, der sich die Mühe gemachte hatte, sich darum zu kümmern, dass er die Vergiftung überlebte. Dass es sich hierbei um jemanden handelte, der …

„Bevor du weiter schläfst … mach ruhig, aber … sieh mal nach links … “

Die gerade geschlossenen Augen wurden wieder geöffnet und der, der inzwischen gemütlicher neben ihm saß, deutete auf die andere Seite. Die Seite, die er so nicht im Blick hatte, sondern den Kopf dafür drehen musste, um zu sehen, was er meinte. Er tat es und erkannte … blond.

Zusammengerollt, das Gesicht zu ihm gewandt, die Hände an den eigenen Hals gezogen, um sich warm zu halten; schlafend mit ruhigem Atem. Den Mantel hatte man ihm mit Sicherheit nachträglich übergeworfen. Das hätte er nicht freiwillig in wachem Zustand mit sich machen lassen. Dafür musste er schon völlig fertig sein und … eben schlafen.

„Er ist eben erst eingeschlafen. Hat bis eben wach gelegen und dich beobachtet.“

Der Blick wurde wieder zurück gewandt und das leichte Grinsen wurde erwidert, eh er noch einmal zurück sah, das schlafende Gesicht kurz noch einmal neugierig beobachtete. Doch dann hob er den Blick zurück zur Decke, schloss die Augen doch wieder und entspannte sich abermals. Allerdings versuchte er diesmal nicht wieder zu schlafen. Nur zu ruhen.

„Wie lange … ?“

„Drei Tage.“

Noch einmal öffnete er wieder die Augen. Doch konnte er den Kleinen so nicht erkennen, weshalb er nur einmal blinzelte, die Decke mit dem Blick absuchte, als gäbe es dort etwas sehr Wichtiges zu finden, was außer Moos natürlich nicht der Fall war. Die Augen wurden wieder geschlossen und er versuchte doch noch einmal, noch etwas zu schlafen.

~~~~~

[edit - 2008.07.22 - Yóake]

Jeder andere, normale Mensch hätte in seinem Zustand wohl gesagt ‚Aus vorbei, ich bin am Ende, ich kann nicht weiter. Lasst mich einfach liegen und verrecken.’. Leider war das für ihn~ nicht so einfach. Es gab zwar schon einen inneren Teil, der ihn anschrie, es zu tun. Sich hier auf den Boden zu werfen und zu weigern, auch nur noch einen~ Schritt zu tun. Aber es fehlte die nötige Motivation, es tatsächlich durchzuziehen. Es mochte schizophren klingen, aber es war irgendwie einfacher für ihn, sich wieder auf die Füße zu ziehen, sich aufzuraffen, gegen die Müdigkeit, die Erschöpfung und die Witterung anzukämpfen, weiter zu gehen, statt sich ihrer zu erlegen.

Hieß das, er war entgegen seiner eigenen Überzeugung innerlich doch noch nicht bereit, zu sterben?

Der starre Blick war auf den Boden vor sich gereichtet. Eine Hand an die eigene Schläfe gelegt und leicht, aber stetig wurde diese mit den Kuppen von Mittel- und Zeigefinger massiert. Es half gegen die Müdigkeit, die seine Lider beschwerte. Es half gegen die Erschöpfung, die ihn zum Umkippen zwingen wollte. Es half gegen die Schmerzen im ganzen Körper.

Ein Bein war angestellt, so konnte er den Ellbogen der massierenden Hand darauf abstützen. Den Rücken gegen die Wand gelehnt, saß er in einer der kühlsten Ecken der Höhle. Auch, wenn es nicht wirklich effektiv gegen die Hitze half. Selbst hier, da sie sich auf weiter Höhe befanden, war es warm. Heiß. Sie konnten dem einfach nicht entkommen.

„Schläfst du?“

Sein Blick ruckte hoch, die Hand an der Schläfe zuckte leicht zusammen und hielt dann still. Ja, verdammt, er hatte sich erschrocken, aber der, der das ausgelöst hatte, hatte das jetzt hoffentlich nicht bemerkt. Wer sich erschrak, war abgelenkt und eingeschränkt darin, die Bewegungen und Geräusche um sich wahr zu nehmen. Das konnte er sich nicht leisten. Nicht hier, nicht … jetzt.

Er schob es auf die Müdigkeit und Erschöpfung. Doch ewig ging das nicht mehr. Er musste schlafen. Nur … wann? Wo? Wie? Die drei hier würden keinen Tag lang überleben, wenn er nicht auf passte. Bestes Beispiel war doch der, der jetzt neben ihm stand, mit einer … eh … Schale? Schüssel? Was zum … ?

„Nein.“

Ja, zugegeben, dass es motziger rüber kam, als er es eigentlich gewollt hatte. Aber so wurde er ihn vielleicht gleich wieder los und er ging wieder und ließ ihn sich wieder selbst bemitleiden … so betrachtet, war es vielleicht ganz gut, wenn er ihn jetzt kurz aufschreckte.

„Gut.“

Wie beruhigend, dass der mit der Schüssel(?) sich von dem gemotzten ‚Nein.’ nicht abschrecken ließ. Im Gegenteil, er grinste sogar. Trottel. Wie konnte man so dämlich sein? Mal ehrlich. Wie oft wäre der eigentlich schon gestorben, hätte man ihm nicht jedes Mal den Kopf gerettet? Ein genervtes Ausatmen. Doch auch das ließ ihn nicht abschrecken. Nein. Schlimmer noch.

Sein Kopf ruckte zurück, als der Angekommene ihm etwas unter die Nase hielt. Die Hand von der Schläfe sank sofort etwas ab. Es roch … komisch. Es dampfte und … verdammt, was war~ das?

„Es gibt hier Wasser. Nicht viel, nicht unbedingt blütenrein, aber immerhin. Nimm schon.“

Ganz langsam zog der Blick von dem … ‚Objekt’ vor seinem Gesicht hoch zu dem, der ihn noch immer angrinste, aber auch erwartungsvoll ansah. Der erwartete jetzt nicht wirklich, dass er dieses … ‚was auch immer’ annahm? … dem Blick nach zu urteilen … doch. Idiot.

„Man, du sollst mich nicht anbeten dafür, sondern es nur trinken. Sind auch keine Drogen drin. Versprochen. Hier.“

Damit wurde ihm das … Ding vor die Füße gestellt. Die … Brühe schwappte kurz, als würde sie gleich heraus kleckern. Aber faszinierenderweise blieb alles drin und jetzt … stand es dort, dampfte vor sich und … Moment! Dampf? Das Zeug war auch noch heiß~? Wie … ??

Sofort ruckte sein Kopf herum, dem wieder Gehenden hinterher. Er hatte tatsächlich gerade Wasser warm(!) gemacht (wie und wo auch immer), es mit Kräutern(!) zum riechen(!) gebracht und das auch noch in Schüsseln(!) verteilt? Verdammt, was waren das hier alles für suspekte Gestalten? Das Schlimmste kam ja noch : Das Zeug roch auch noch gut~!

Die hatten doch alle einen an der Waffel. Dieser Idiot da am meisten. War sogar zu doof, das ‚Danke’ abzuwarten.

~~~~~

[Ke'teshi]

Nur langsam öffnete er diesmal die Augen und sah zuerst die eigenen Hände, die sich im Schlaf aus ihrem seichten Krampf gelöst hatte, da es aufgrund des Mantels nicht mehr nötig war, dass er sich ganz~ zusammen rollte, um sich selbst warm zu halten. Der Mantel erfüllte seinen Zweck. Er fror nicht. Im ersten Moment hatte er den Drang, aufzuspringen und den, der dort im Schneidersitz saß, anzukeifen, wie er es wagen konnte, zu glauben, er brauche eine Decke(Mantel). Die brauchte er ganz sicher nicht~. Er war alt genug und hatte lange genug ohne~ überlebt.

Allerdings entschied er sich dann doch eher dafür, die Augen gleich wieder zu schließen und die Hände wieder an sich ran zuziehen. Der Andere schien noch nicht gesehen zu haben, dass er wach geworden war. Zugegeben, dass er das wohl jetzt bemerken würde, da er sich wieder bewegte. Aber das war ihm jetzt egal. Mehr Aufmerksamkeit schenkte er den Schritten hinter sich, die langsam und leise näher kamen. Sie klangen … eigenartig.

„Hier … ich denke, so geht es.“

Ruckartig. Schockiert schon fast, zuckte er zusammen und riss die Augen wieder auf, starrte vor sich auf den Boden, versuchte, ohne aufzusehen, zu erkennen, ob er die Stimme gerade richtig zuordnete. So aus diesem Winkel konnte er nur erkennen, wie der Sitzende von dem Dritten etwas annahm und vorsichtig absinken ließ … und erst jetzt erkannte er, was ihm eben komisch vorgekommen war, als er die Augen das erste Mal geöffnet hatte.

Vor ihm … der Boden. Er war … leer. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder hatte man ihn weggebracht oder er war allein weg gegangen. Doch da er die Stimme über sich, die dem Sitzenden etwas gereicht hatte, nur mit der zweiten Möglichkeit verknüpfen konnte …

Er … hatte es überlebt … und das auch noch so, dass er wieder allein laufen konnte.

Zum … Glück … ?!

~~~~~

[edit - 2008.07.21 - Ke'teshi]

Er konnte nicht anders. Etwas zwang ihn richtig dazu, ohne dass er auch nur eine Kleinigkeit hätte dagegen tun können. Es zwang ihn, aufzuspringen und dabei ignorierte er völlig den übergeworfenen Mantel, der achtlos zu Boden fiel und auch ignorierte er den irritierten und etwas zusammen zuckenden Blick des bei ihm Sitzenden. Ebenso missachtet wurde das im ersten Moment doch eher ehrfürchtige Zurückweichen dessen, der jetzt eben nicht~ mehr dort vor ihm lag und mit dem Gift und dem Tode kämpfe. Nein. Denn jetzt stand er hier … lebendig und sogar (fast völlig) fit, Sicher war zu erkennen, was sein Körper die letzten drei Tage erlebt hatte. Mal abgesehen von dem Gift war auch zurück geblieben, dass sein rechter Arm wohl nur noch stark eingeschränkt benutzbar war.

Doch jetzt musste der linke Arm reichen, um den Kleinen zu halten. Den, der gerade aufsprang, den Schritt zu dem Verletzten tat, die Arme nach oben riss und sich mit den Unterarmen um dessen Hals und Schultern an diesen klammerte. Nicht, dass der Kleine genug Kraft hätte, sich auch selbst zu halten, doch musste der Größere trotzdem den halbwegs gesunden, linken Arm heben und ebenso um die Schultern des Klammernden legen, diesen etwas an sich drücken. Das schwache Beben der Schultern, der etwas stockende Atem … und er wusste, dass es sonst nichts dazu zu sagen gab. Dieses … einfach Festhalten. Es reichte aus.
21.7.08 09:18


Achtung, dieser Text ist sehr matschig. Genau genommen … der pure Hirnmatsch.

Unstimmigkeiten, Verwirrungen, Unklarheiten inklusive. Dieser werden, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren ausgemerzt … XD

***

Fasziniert hatte er den Blick auf das Gebilde in der Decke gerichtet und hatte im ersten Moment das Gefühl, er dürfe den Blick nicht mehr abwenden. So, als würde er etwas Wichtiges verpassen, wenn er jetzt wieder weg sah. Deshalb senkte er auch nur sehr langsam den Blick. Wandte den Kopf zurück zu den anderen, hielt den Blick selbst jedoch noch so lange bei dem Gebilde, bis es nicht mehr anders ging und er doch hinab sehen musste. Deshalb war auch die Bewegung des Kopfes selbst nur träge, der Umschwenk des Blickes zu den Andern jedoch ruckartig.
Trotz, dass es in diesen Höhlen sehr dunkel war und er schon ohne eigentlich nicht genug sehen konnte, folgte er dem Drang, die Sonnenbrille wieder auf zu setzen, eh er sich wieder an die Anderen auch mit Worten wandte.

„Die sieben Säulen der Welt. Irgendwo habe ich das schon mal gelesen … zuhause. Schon lange her … aber ich verstehe nicht, was das mit uns~ zu tun haben soll. Wir sind nur zu viert … zu dritt, wenn man mal mit einrechnet, dass … “

„Wir sind zu siebt.“

Ruckartig, schon etwas angefressen wurde der blick jetzt etwas hinter sich gewandt, zu dem, der ihm gerade den Satz abgeschnitten hatte. Zu dem, der ebenfalls hinauf sah und wie fasziniert das Bild an den oberen Wänden betrachtete.

„Fall mir nicht ins Wort … wieso zu siebt? Bis vier solltest sogar du~ zählen können.“

Er grinste. Wie er as hasste – und diesen Unmut machte er auch deutlich, indem er ihm einfach noch länger übel nahm, unterbrochen worden zu sein.

„Ja~, bis vier, gerade so. Aber … “

Er unterbrach sich selbst. Clever. So konnte es sonst niemand tun. Aber gleichzeitig hob er eine Hand und deutete hinauf zu den Bildern, zu den Gebilden, zu den Texten, die hier verzeichnet waren.

„ … hier steht nicht, dass es sich tatsächlich um menschliche Personen handeln muss. Nur, dass es sieben Säulen sind und dass wir~ sie repräsentieren.“

Blick und Hand gesenkt, wurde zu dem mit der Sonnenbrille gesehen.

„ … und das tun wir.“

Die fragenden Blick der schweigenden, ebenfalls anwesenden beiden, von denen einer ohnehin nie viel redete und einer wohl zu~ perplex war, dass der, der eigentlich nicht viel Ahnung hatte, auf einmal auf so etwas kam, um überhaupt etwas dazu zu sagen.

„Kommt schon … wieso sehe nur ich~ das? Nach dem, was wir ohnehin schon erlebt haben, wäre das nur logisch.“

Unbeirrt waren ihm die verwirrten, irritierten Blicke sicher. Offenbar war ihnen wirklich nicht klar, was er meinte. Trotzdem lächelte er kurz und hob wieder den Blick. Zurück an die Decke.

„Wir sind~ nicht die sieben Säulen, wir repräsentieren sie nur. Das impliziert nicht, dass wir sieben Leute sind, sondern einfach, dass wir … ach, das ist schwer.“

Ein kurzer Blick und Deut zu dem mit der Sonnebrille. Gleich darauf jedoch das Wort und den Blick gewandt an die anderen beiden.

„Er~ … ganz am Anfang, als wir uns trafen, war er anders. Komplett anders. Weil er nicht wusste, inwieweit er tatsächlich zu uns gehörte und wurde sich dem erst bewusst, als wir ihn mit zogen, wo er allein nicht weiter gekommen wäre. Das sind zwei Säulen.“

Blick und Deut zog dem Kleinsten von ihnen.

„Er~ … sogar drei … sein Selbst damals, das heute und … das Gruppenmitglied, an dessen Tod ich Schuld bin, das aber bei ihm~ … weiter lebt.“
20.7.08 02:51


__
[edit : Eine Änderung an Seite drei und ein Komplettbild der alten Fassung.]

***

„Sein … Hals.“

>O~ho, es ist dir aufgefallen.<

Er konnte deutlich den feinen Rauch im Rücken fühlen. Die Risse in seinem Hemd taten ihr Übriges dazu. Doch auch, hätte er den Luftzug nicht bemerkt, hätte er es instinktiv gefühlt, dass es hinter ihm war. Dicht~ hinter ihm – und es grinste. Zwar konnte er es nicht sehen, doch hören. Allein aus den Worten, der Tonlage. Sein Unterbewusstsein wollte ihn zwingen, herumzuwirbeln, es wieder anzugreifen. Doch hielt ihn auch etwas davon ab. Dass es ihn her gebracht hatte – in diesem Zustand – war nicht nur der Ablenkung wegen gewesen. Nein, es musste noch etwas ganz anderes sein … und in diesem Moment erst fiel es ihm bewusst auf. Dass etwas ganz Entschiedenes fehlte. Blut. Der Schnitt war gut zehn Millimeter tief und niemand – nicht einmal dieser seltsame Junge – hatte solch dünnes, mageres Blut, dass eine solche Wunde nicht~ blutete und das Tattoo, jedenfalls das, was davon übrig war, blutete stark genug, um zu sehen, dass auch das am Hals hätte bluten müssen.

>Wir sind verknüpft. Jetzt. Seit kurz, bevor du her kamst.<

„Er ist also eigentlich … “

>Längst tot?<

„…“

Was war hier nur passiert, bevor er her kam? Wieso hatte er ihn vor geschickt? Allein. Schließlich war er doch von Anfang derjenige mit der geringsten Kampferfahrung gewesen. Derjenige, der ihnen eigentlich von Anfang an nur ein Klotz am Bein gewesen ist, den sie hatten mitziehen müssen. Er hatte einen triftigen Grund gehabt, diesen ‚Klotz’ bis zum Ende zu behalten, doch … er hatte keinen Grund gehabt, ihn allein vor zu schicken.

Den Rauch, das Atmen der Bestie im Nacken, stand er noch immer reglos, verspürte weder Kampfes- noch Lebenswillen. Wahrscheinlich hätte ein einziger Schlag gerade ausgerecht, ihn endgültig loszuwerden. Doch diese … Bestie in seinem Nacken ergötzte sich gerade zu daran, ihn still zu beobachten. Zuzusehen, wie in zwei Worten und nachfolgenden Sekunden praktisch alles zusammen brach.

>Töte mich … und er wird genauso zusammen brechen.<

„Das Tattoo?“

>Nicht von mir, aber wirklich nützlich.<

Ganz kurz drängte sich ihm die Frage auf, weshalb er sich seelenruhig mit diesem Ding hinter ihm unterhielt. Es ward gesandt, die vier aufzuhalten. Abgesehen davon, dass es das jetzt definitiv bei einem geschafft hatte, blieb es dabei, dass es eines der Hindernisse war, vor denen er immer gewarnt hatte. Einer dieser Kämpfe, die sie nur überlebten, wenn sie zusammen blieben und gemeinsam kämpften. Nicht umsonst hatte jeder von ihnen andere Fähigkeiten.

Seine Hände hoben sich wieder und wollten noch einmal ihn berühren, doch fiel ihm noch ein, dass dort die Lichtmauer stand, die ihn daran hinderte.

>Das solltest du lassen … jede geringe Einmischung hebt die Magie auf und er verblutet noch~ schneller.<

Sofort zuckte die Hand zurück und er konnte das zufriedene Kichern des Wesens hinter sich hören. Wie es sich amüsierte, sich erfreute am Leid. An dieser Szenerie, die es selbst so geplant hatte und jeder freute sich über einen funktionierenden Plan.

>Die Wahl fällt schwer, nicht? Er lebt, solange ich~ lebe. Doch ich~ … bin es, der dir im Wege steht.<

Der warme Atem, das Grollen der Worte, auf einmal direkt neben ihm und sein Blick fuhr ruckartig zu dieser Bestie, die noch immer mit ihm sprach, obwohl er selbst längst still blieb. Doch es sprach aus, was er dachte, was er überlegte, was ihn schweigen ließ.

„SHI!“

Beide ruckten herum. Zwei von drei Anwesenden. Doch einer grinsend, der andere entsetzt.

Sie hatten ihn gefunden. Wie er es ihnen aufgetragen hatte. Sie folgten seinen Anweisungen und das ohne zu murren. Doch hier, jetzt, verfluchte er sie gerade dafür, dass sie so bereitwillig alles ausführten, was er ihnen befohlen hatte.

Den Feind finden und zerstören. Gnadenlos.

… und das Donnern der Waffen der beiden Neuankömmlinge ließ ihn nur noch zusammen brechen.
9.5.08 01:09


Ich mag~ diese Hände ... *___*
*eine runde einen auf emo mach*

26.4.08 00:59



Eine Kritzelei, nach der mir grad war ...
... und ein ConHon-Eintrag für Alu-san ...
15.10.07 15:42


... ein Foto, wonach mir halt grad war ...

10.10.07 23:07


Ursprüngliche Idee war mit drei, statt vier Charas und das Buch ursprünglich irgendeine magische Scheibe. Aber irgendwie passte es beim Tippen als Flash zu „Kyusai“, also wurde das entsprechend angepasst … XD
Charas sind bis auf einen ziemlich ooC, weil ich noch nich weiß, wie die in solch einer Situation reagieren würden. Ergo : Nicht zu ernst nehmen und einfach als kurzweiliges, ziemlich sinnloses Zwischenstück betrachten … ^^

***
Titel : fehlende Szene – 01
Fandom : „Pseudo(!)-Kyusai“ (Personen und Items draus geklaut)
Charas : da eh total ooC, einfach namenlos … ^^“
Wörter : 854
Kommentar : So im Nachhinein ziemlich kurz und irgendwie ziemlich scheiße, aber ich wollte es unbedingt aufschreiben … in der Hoffnung, das KreaTIEF zu überwinden … ~~


Grausam … ?
Ja, doch, etwa so konnte man die Situation ziemlich gut beschreiben.
Folgende Gründe :

Ursprünglich sind sie zu viert gewesen. Ein Kleiner, ein Großer und zwei halbwegs normale. Natürlich je nachdem, wie man ‚normal’ definierte. Aber hier in diesem Moment waren sie getrennt. Drei von ihnen – der Kleine, der Große und ein ‚Normaler’ – waren auf der einen Seite der (klischeehaften) Schlucht und nur Einer von ihnen war auf der anderen Seite zurück geblieben.

Wie genau es zu dieser Situation gekommen war, konnte keiner von ihnen so wirklich sagen. Dazu war alles viel zu schnell gegangen und so wussten sie nur noch, dass es eigentlich mal eine Art Brücke über diesen Abgrund eben noch gegeben hatte, über die sie schließlich gekommen waren. Drei von ihnen jedenfalls. Der Vierte war zu spät gekommen.

Das Schlimmste war, dass dieser Vierte oft zurück hing und etwas trödelte. Ab und zu hatte die vier das gerettet, das wollte auch keiner bestreiten, aber hier und jetzt hatte es eher schadenden Einfluss auf das restliche Geschehen. Schon allein, weil jederzeit der Dämon, der sie bis vorhin noch verfolgt gehabt hatte, im Moment aber doch etwas zu kämpfen hatte damit, wieder sich befreien und sie verfolgen könnte.

Mit dem Überqueren der Schlucht würde auch der Dämon Probleme haben, das stand fest, aber der Dämon war mindestens dreimal so groß wie der vierte Junge der kleinen Gruppe, der nun allein auf der Seite zurück geblieben war, auf der der Dämon kommen würde. Ergo : Er stand ziemlich allein da und es gab so ziemlich nichts, das ihm jetzt helfen konnte.

Eines gab es, das ihm helfen könnte. Nur eines in diesem Moment – und das war das Buch, das der Kleinste der Dreiergruppe in den Armen hatte und sich daran klammerte, als würde sein Leben davon abhängen. In gewisser Weise war dem sogar so. Doch im Moment war es wohl eher die Anspannung, dass ganz offensichtlich doch einer von ihnen zurück bleiben würde. Dabei hatten sie sich doch am Anfang versprochen gehabt, niemanden sterben zu lassen.



Die Hände des Kleinsten verkrampften sich noch einmal um das Buch. Es gab keine Möglichkeit, dem Zurückgebliebenen das Buch zukommen zu lassen. Man konnte nichts mehr machen und mit einem ernsten Blick lief er noch einmal an den Rand des Abgrunds, wo er ruckartig stehen blieb und zu dem Vierten hinüber rief. Das letzte, was ihm einfiel, das noch gesagt werden musste.

„Es … es ist mein~ Privileg, dich zu töten, also bleib am Leben und komm nach!“

Nicht nur die anderen beiden der Dreiergruppe waren erstaunt, auch der Vierte und ebenso starrten sie den Kleinsten an. Doch der Zurückgebliebene nickte sofort und grinste. Irgendwie war es klar gewesen, dass so etwas noch kommen musste. Sofort hob sich die Hand des Einzelnen und legte sich salutierend halb gegen die Stirn.

Befehle befolgen konnte er gut. Nicht jedermanns Befehle befolgte er, aber die, auf die er hörte, befolgte er meist zu vollster Zufriedenheit. Natürlich war das hier ein sehr abstrakter Befehl und die Wahrscheinlichkeit, dass er es tatsächlich durchführte, war verdammt gering. Aber wenn der Kleine es so wollte, würde er alles daran setzen, es zu befolgen.

Ein letzter Blick zu den anderen drei, von denen der ‚Normale’ mitgezogen werden musste, damit er weiter floh, zog sein Blick noch einmal den Abgrund hinab, eh er hinter sich den Dämon hören konnte, der wohl inzwischen aufgeholt hatte und jetzt direkt hinter ihm stand.

Mit einem Ruck wandte er sich um und konnte dem ersten Hieb des Dämons gerade so ausweichen. Wie er mit dem Rest umgehen sollte, wusste er noch nicht, aber das sollte er sich wohl so langsam mal überlegen. Nicht ganz einfach, wenn man ohne Unterlass attackiert wurde, doch hatte er schließlich den Befehl, nicht zu sterben und den wollte er erfüllen.



Zwar sprach es niemand aus, doch wussten sie, dass es sie alle mit nahm, dass sie nun doch – jetzt, wo die Mission so gut wie erfüllt war – einen hatten zurück lassen müssen und das auch noch an einer Stelle, die derart klischeehaft war, dass es wirklich erschreckend war. Es hätte genauso gut ein Angriff von Dämonen sein können, eine Falle im Schloss, ein Opfer bei der abschließenden Zeremonie. Aber nein … es musste eine einstürzende Brücke sein.

Der Kleinste reagierte gar nicht, als es im, durch die eingetretene Nacht, tiefschwarzen Unterholz knackte und die anderen beiden aufsprangen, um mögliche Dämonen sofort abzuwehren, würden sie heraus springen. Allerdings verharrten sie beide genauso, als sie erkannten, was da kam.

Die linke Hand halb wie salutierend gegen die Stirn gelegt, grinsend, wie sie ihn verlassen hatten und doch reichlich angeschlagen und mitgenommen, hatte er tatsächlich gehalten, was er stumm versprochen hatte. Der Vierte der Gruppe war tatsächlich nach gekommen. Der rechte Arm offensichtlich unbrauchbar und ein Großteil der Kleidung blutverklebt … aber er war nach gekommen.

Doch statt auf die beiden zu achten, die ihn sofort stützten und so ab jetzt beim Gehen halfen, war sein Blick auf den Kleinsten gerichtet, der den Vierten nur wort-, tatenlos und überfordert mit der Situation anstarrte.

„Ich glaub … ich bin eh vergiftet. Jetzt kannst du mich umbringen.“
28.8.07 11:49


KakAO 003??
Medien : GelLiner ( Pilot G-1; schwarz ), Filzstift ( gelb (ausgetrocknet), orange, blau, violett )
Zeit : knapp 3 Stunden
Kommentar : Schiefe und verwackelte Fotografien weil das Display von meiner Kamera hinüber is ... >< - Ich bin ja fast geneigt, es zur KakAO-Karte zu machen; die passende Größe hätte es ... oÔ - Ursprünglich hatte es Chaleeya aus "Kyusai" werden sollen, aber die Frisur stimmt nich und da, wo es weiß is, is das Tattoo, das sich gerade von seinem Arm gelöst hat.
Bedeutung : Ich weiß noch nich welche und ob ich es schaffe, das einzubauen, aber das Tattoo wird noch eine Rolle spielen. Das soll aber auch Chaleeya selbst nich bekannt sein, deshalb löst es sich ohne sein Wissen - Ergo : er kann es nicht sehen, wie es sich löst und weil er es nich sehen kann, is dieses Tattoo in gewisser Weise unter etwas verborgen. Deshalb der Verband, der um Tattoo und Augen gewickelt is und nur beim Tattoo geöffnet wird ... so in etwa hatte ich~ mir das jedenfalls gedacht. Genaue Interpretationen liegen im Auge des Betrachters ... ^__~
Schritte : oben - die fertige Bleistiftzeichnung, mitte - die fertige gegelte Fassung, unten - komplett coloriert
28.6.07 08:29


Katsuya 01
Medien : Kugelschreiber (blau)
Zeit : ca 15min
Kommentar : Ich war am Ende und musste einfach irgendwas zeichnen. Zumal ich den~ schon lange nich verbrochen hatte. Das Gesicht is zwar total verrutscht, aber was solls.
21.6.07 12:20


KakAO 002
Medien : Bleistift, Buntstift, Klebeband
Zeit : ca 2h
Kommentar : Das ist nicht wirklich eine von diesen Karten. Sie ist knapp 2mm an allen Seiten zu klein. Also den Titel einfach ignorieren … XD - Außerdem sieht man jetz schön die verkackte Anatomie … *drop*
19.6.07 11:03


ConHon Ryô
Medien : Bleistift, Buntstift
Zeit : ?
Kommentar : Im ConHon von WhiteWings und schon knapp ein Jahr alt. Sie hat es bis heute nich geschafft, es mir einzuscannen. Letztens hab ichs dann wenigstens fotografiert … XD – Die Augen sind schief, aber was solls … *hust*


KakAO 001
Medien : Bleistift ( noch )
Idee : Viel~ Kleinkram, von dem bisher nur die Hälfte des Geplanten skizziert ist. [edit] Doch nich so viel Kleinkram geworden, wie geplant …
Kommentar : Mal schaun, wie lange ich an dem Dinge sitze und ob sich die Begeisterung hält …
13.6.07 12:14


Braut - Engel - ?
Medien : Kugelschreiber ( schwarz )
Zeit : ca. 20 Minuten
Interpretation : liegt im auge des Betrachters
Idee : es sollte etwas Unsinniges sein, dass erst bei näherer Betrachtung doch irgendwie Sinn ergibt, aber nichts sinnvolles ist ... ^^""
7.6.07 08:21


Stullendosenroxas
Thema : Kingdom Hearts
Medien : Bleistift
Vorlage : 2cm großes Bild auf einer Stullenbox ( mit Gummitieren drin )
Zeit : ca. 1½h


"Fuchs"
Medien : Bleistift (Outlines), Kuli ( schwarz, rot, grün ), Buntstift ( Haut )
Zeit : ca. 3h
Vorlage : "Mal mir was! 'nen Fuchs!"
2.6.07 11:22


~ohne Worte~

Mein neuestes Projekt :


Fertigstellung : Irgendwann dieses Jahr ... XD

zuletzt fotografierter Zustand
28.2.07 13:59


~ Zwischen Schwarz und Weiß ~

Prolog

der letzte Atemzug


T
iefschwarze, dicke Rauchschwaden hängen auch jetzt noch immer über den Feldern, die einst Städte gewesen. Sie verbergen die letzten Ruinen in sich, hängen schwer und unbeirrt in der trockenen Luft, die aller Feuchtigkeit beraubt heiß und drückend, unbewegt den Qualm nicht verwehen kann. Es ist windstill. Die breiten, glühenden Flächen lassen ihren Rauch aufsteigen einer Säule gleich; als seien sie undurchdringbar und massiv. Wie Marmor winden sich die unterschiedlichen Hitzegrade gen Himmel, verfinstern diesen, verwehren dem glühenden ehemaligen Stadtboden jegliches Tageslicht.

Die letzten, sturen Brocken aus geschmolzenem Beton fallen in sich zusammen, wirbeln die Asche und die glühende Rückstände auf, die sich jedoch sofort wieder legt und unbeirrt weiter verglüht, um auch den letzten Rest zu vernichten, den es noch zu finden gibt auf diesem Feld. Ein Schlachtfeld, gezeichnet vom Kampf und unbegrenzter, ungezügelter Gewalt, die kaum etwas übrig ließ von dem, was sich hier befunden.

Zwei nackte, verbrannte - als letzte übrig gebliebene - Füße durchqueren diese Wüste aus Glut, Asche, Zerstörung und Gestank. Überall liegen die letzten Reste menschlich anmutender, zur Unkenntlichkeit verbrannter Körper. Letzte Kleidungsfetzen und gesplitterte Knochen lassen nur schwer erahnen, was die leeren, ausgebrannten Augen zuletzt gesehen haben mögen; was die geschmolzenen Hände und Füße zuletzt gefühlt haben mögen.

Die mit Brandblasen übersäten Füße machen Halt inmitten eines Platzes, der einem Massengrab gleichkommt. Um sie herum verstümmelte Körper, einzelne Teile von Körpern und noch immer glühende Kleidungsfetzen. Sie liegen wie gestapelt, als wollten sie etwas vor dem bewahren, was die Augen sahen, was die Hände fühlten und ein schwaches, kaum erkenntliches Geräusch inmitten der Glut. Knisternd von Bewegung, hustend in der unerträglich trockenen Luft … doch unbeirrt atmend.

Ruhig, fast geräuschlos und mit ebenso verbrannter, zerfetzter Kleidung senken sich die Knie ab, die bis dort von den Füßen getragen worden sind. Sie legen sich auf die glühende Asche, ohne eine Regung, als könnten sie weder die Hitze der Glut noch die Trockenheit der Luft wahrnehmen.

Ein Feuerball lässt die Asche um sie herum abermals aufstieben und löst eine schwache Luftbewegung aus, die den aufsteigenden Rauch verwirbelt, das Marmormuster zersetz und statt dessen eine groteske Qualmende Ratze in der Luft schneidet.

Der letzte, hartnäckig geschützte Atem erstickt in Hitze und Trockenheit.

***

Vorschau

Episode 01
der erste Atemzug


S
chon seit Monaten hatte sie sich krank gefühlt und anstatt dass es mit jedem Tag besser werden würde, war es umgekehrt. Je mehr Zeit verstrich, desto schlechter fühlte sie sich. Erst war es nur ein schwacher Husten gewesen, einer Erkältung gleich. Als hätte sie nur zu lange einem stetigen Temperaturwechsel standgehalten oder war nicht richtig angezogen gewesen. Im Moment war das eher schwer, so, wie die Sonne auf die Erde hinab glühte und die Luft vor Hitze flackern ließ, als stünde alles über dem heiß glühenden Docht einer Kerze.
13.11.06 09:36


Für das Freaky-chan

~ Das Gefühl von Eis AUF und Feuer UNTER der Haut ~

***
FanDom : Yû★Gi★Ô
Genre : AU
Idee : -_Freaky_-
Text : FALL_Fanell
(unvollständig, eine Fortsetzung steht noch in den Sternen … ^^")
***


… aber er fühlte sich wohl.

Es gab sicher bessere Jobs, als den, den er selbst zur Zeit inne hatte. Er hatte ihn sich selbst ausgesucht, weil er es gern tun wollte. Eine Arbeit, die ihn forderte, ihn aber nicht dazu zwang mit sonderlich großen Zahlen und Rechnungen umgehen zu können. Höhere Mathematik und komplizierte Berechnungen waren noch nie seine Stärke gewesen. Selbst sein Abitur hatte deshalb sehr wackelig gestanden. Dass er es trotzdem geschafft hatte, grenzte fast an ein Wunder. Doch eigentlich hatte es nur an seinem Nachhilfeunterricht gelegen. Okay, nicht unbedingt allein der Unterricht selbst – es hatte eher an dem gelegen, der ihn unterrichtet hatte.

Er war groß gewesen, ungewöhnlich groß. Nicht etwa so, dass es unangenehm auffiel, aber man hatte schon aufsehen müssen, wenn man ihn hatte ansehen wollen. Das hatte unter gewissen Umständen sogar etwas Einschüchterndes gehabt, wenn man ihm begegnete, er das Kinn hob und so überlegen zu einem hinab sah. Das Problem daran war jedoch nicht nur die Tatsache, dass es eine einschüchternde Wirkung hatte, sondern auch die, dass er intelligent gewesen ist. Verdammt intelligent. Viele hatten oft die Frage gestellt, weshalb er überhaupt noch zur Schule kam und nicht längst ein Internat oder gar eine Universität besuchte. Das mochte übertrieben geklungen haben, doch es hatte viele bewiesene Informationen gegeben, nach denen er bereits in der Mittelschule eine ganze Reihe an Universitätskursen erfolgreich besuchte und auch später in der Oberschule mit Bestnoten abschloss. Er hatte Oberschule und Studium fast gleichzeitig abgeschlossen gehabt … und so jemand hatte ihm~ Nachhilfeunterricht gegeben.

Er musste lächeln, aber irgendwie verzerrte es sich in ein Grinsen, wenn er an diese Zeit in der Oberschule zurück dachte und vor seinem inneren Auge zeichneten sich wieder die Bilder ab, die es gegeben hatte, wenn sie zusammen gesessen hatten, um zu lernen. Mehr oder weniger erfolgreich. Denn er war nun mal wirklich~ kein Ass in Mathematik. Sein Lehrer war regelmäßig fast verzweifelt. Sowohl der Reguläre, als auch der für die Nachhilfe. Beide hatte er an manchen Tagen fast in den Wahnsinn getrieben mit seinen Fragen, seiner Verständnislosigkeit und seiner Unfähigkeit, simple Integrale sinnvoll in eine Rechnung umzusetzen.

Seine dunklen Augen öffneten sich schlagartig und sein Blick zog ruckartig durch den Raum, über die Anwesenden hinweg, die allesamt kleiner waren, als er selbst. Aber das lag diesmal nicht etwa daran, dass er groß gewachsen war. Im Gegenteil. Er hatte eine eigentlich normale Körpergröße. Seine Überlegenheit hier war seiner Arbeit zu verdanken.

Aus einer hinteren Ecke war ein Quengeln gekommen, ein leises, aber Aufmerksamkeit erregendes Geräusch, einem schwachen Rufen gleich. Doch als er den Grund erkannte, konnte er nur abermals leicht lächeln – diesmal ohne zu grinsen – und leise und langsam lösten sich die Arme aus der schwachen Verschränkung vor der Brust, wo er sie bis eben gehalten hatte. Eben so leise und langsam lehnte er sich etwas nach vorn, stützte sich auf dem Boden ab, auf dem er saß und stand auf. Ruhig, still, gelassen, aber doch sicher und bestimmt.

Ein weiterer Blick über die Anwesenden und er schlüpfte aus den Schlappen, die er trug, um daraufhin leise schleichend durch den Raum zu gehen. Darauf bedacht, so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Ein~ lauteres Rauschen oder Knarren, als das Schleichen durch den Raum würde noch mehr dieser Geräusche verursachen, wie das, was eben seine Aufmerksamkeit erregt hatte und dann würde mit einem Schlag Unruhe in diesem Raum eintreten.

Doch er kam unbemerkt in der hinteren Ecke an, wo er sich langsam und leise wieder auf die Knie niederließ und kurz sich auf die Hände stützte, um ein sicheres Gleichgewicht auf den Knien zu halten. Erst dann hob er die Hände an, strich einmal durch die Stirn des Jungen, vor dem er jetzt hockte und zog die warme Wolldecke wieder über den schlafenden Körper bis hoch zur Nasenspitze.

Er kannte dieses Phänomen dieses kleinen Jungen bereits. Er konnte niemals richtig ruhig schlafen und mindestens einmal schaffte er es, mit einer hastigen, weiten Bewegung die Decke oder das Kissen von sich zu werfen und schutzlos an der Luft zu liegen. Doch dafür war ja der da, der jetzt neben ihm hockte und die Decke wieder über ihn zog. Sein Aufpasser, sein Betreuer, der, der auf ihn und 39 weitere kleine Kinder achtete, dass sie ruhig, gut und ordentlich in ihrem Futon lagen und ihren Mittagsschlaf hielten, um für die zweite Hälfte des Tages gewappnet zu sein.

Sicher gab es bessere Job, als den, er selbst zur Zeit inne hatte. Aber er hatte ihn sich schließlich selbst ausgesucht. Den Job als Kindergärtner in der kleinen Stadt, in der er geboren und aufgewachsen war. Natürlich hatte er auch manchmal daran gedacht, von dort wegzugehen. Doch bisher hatte es für ihn keinen triftigen Grund dazu gegeben. Sein Abitur war bis auf Mathematik fast problemlos gelaufen, erst das Studium hatte ihn reichlich geschlaucht. Aber er hatte beides in seiner kleinen Heimatstadt machen können und jetzt hatte er auch diese Anstellung in dem Kindergarten, in den er selbst vor über 20Jahren gegangen war, um aufzuwachsen und sich von seinem Betreuer die Decke überziehen zu lassen, wenn er sie einmal mehr von sich geworfen hatte.

Er stützte sich wieder auf die Hände, erhob sich langsam und leise auf die Füße und kehrte zu seinem Platz zurück, wo er bis eben auf dem Boden gesessen und die Kleinen beobachtet hatte. Mehr oder weniger jedenfalls. Denn schließlich war er ja mit seinen Gedanken eben abgeschweift. Weit~ abgeschweift. Er war wieder bei seiner Oberschulzeit gewesen. Das war inzwischen auch schon mindestens sechs Jahre her … und auf einmal stellte er fest, dass er schon so gut wie 25 war. Irgendwie eine seltsame Feststellung, wenn man bis eben gedanklich noch bei der Oberschule gewesen ist.

Langsam, leise und bedacht nahm er sich ein überflüssiges Kissen aus dem großen Schrank, legte es wieder an die Stelle, an der er eben noch gesessen hatte und setzte sich jetzt auf eben dieses Kissen. Das war bequemer, als der blanke Fußboden. Doch bis eben, bevor er aufgestanden war, war es ihm nicht aufgefallen. Die Macht der Gewohnheit. Diese war es auch, die ihn wieder in den Seiza zwang, obwohl er eigentlich nicht gern traditionell saß. Es war einfach zu unbequem. Trotzdem konnte er in diesem Moment nicht anders.

Während des Nachhilfeunterrichts hatte er auch immer im Seiza sitzen müssen, sein Lehrer hatte ihn regelrecht dazu gezwungen. Natürlich hatte dieser ihn nie geschlagen oder misshandelt – Gott bewahre! Er ist ein wirklich guter~ Mensch gewesen. – aber durch traditionelle Tische und Kissen und Räume und allein durch das ganze Verhalten des Lehrers hatte dieser ihn dazu gezwungen, auch traditionell zu sitzen. Er hatte es sich einfach irgendwann angewöhnt, um damit klar zu kommen und er hatte damit klar kommen müssen~. Wie sonst hätte er bei seiner Schwäche in höherer Mathematik das Abitur schaffen sollen? Er hatte also Prioritäten setzen müssen. Seiza oder nicht. Abitur oder nicht … und er hatte sich für das Abitur entschieden.

Das zufriedene Schnaufen und Atmen der kindlichen Lungen, das den Raum durchzog, beruhigte ihn. Sofort sank er wieder in diese Ruhe und zurück in den Gedanken, in den er sich vor dem Aufstehen zurück gezogen gehabt hatte. Ihm zog, zum dritten Mal in den letzten paar Minuten, wieder dieser eine Satz durch den Kopf.

>> Es gab bessere Jobs, aber er hatte ihn sich selbst ausgesucht. <<

… und er fühlte sich wohl. Sehr wohl. Denn dieses ruhige Schnaufen und Atmen zeigte ihm jeden Tag, dass es weiterging und nicht endete. Es zeigte ihm, dass er noch da war und dass er froh war, noch da zu sein. Trotzdem bereute er nichts in seinem Leben. Nicht einmal diese eine Aktion seinem Nachhilfelehrer gegenüber, die ihn fast alles gekostet hatte, was er besaß. Ein wenig … war er heute sogar stolz darauf, es durchgezogen zu haben, damals. Vor gut sieben Jahren, als er sein Abitur fast sicher hatte und nur seinem Nachhilfelehrer noch hatte für alles danken müssen, was dieser für ihn getan hatte.

Eine Hand ballte sich reflexartig auf seinem Knie und krallte sich leicht in den Stoff, die Andere hob sich und legte sich quer auf den eigenen Mund. Die Augen schlossen sich ruckartig und für einen Augenblick setzte das Atmen aus. Er musste daran denken, wie der Lehrer auf seinen ‚Dank’ reagiert hatte. Dieser giftige, finstere, am liebsten aufspießende und dann zermalmende und anschließend zu Asche verbrennende und doch so eiskalte Blick, dass er die Hände an die Oberarme hatte legen müssen, um nicht zu frieren.

Er konnte diesen Blick in diesem Moment wieder auf sich spüren. Diesen Eishauch auf der Haut, das Feuer unter~ der Haut und die Abscheu, die ihm entgegengeschlagen hatte. Es hatte Tage gedauert, bis er sich wirklich davon erholt und wirklich begriffen hatte, was er da getan hatte. Bis heute hatten weder er noch der Lehrer je wieder ein Wort darüber verloren. Sie hatten sich nicht einmal mehr getroffen. Der Lehrer hatte es ihm einfach strikt untersagt, noch einmal zu ihm zum Lernen zu kommen.

Manchmal hatte er vor dem großen, weiten Tor gestanden und hatte hinauf gesehen zu den schweren Vorhängen hinter den dunklen Fenstern, zu dem Zimmer in dem sie in der Villa des Lehrers immer gelernt hatten. Oder besser : Das Zimmer, in dem er~ gelernt und der Lehrer ihn die ganze Zeit mit Formeln und Formulierungen und Zahlen und Ziffern und Brüchen malträtiert hatte. Wirklich zaghaft war er nicht vorgegangen. Im Gegenteil. Es ist hart gewesen. Sehr~ hart. Doch trotzdem verdankte er ihm sein Abitur und seinen aufblühenden Fleiß, das Studium zu schaffen.

Die Hand auf seinem Mund entfernte sich von dort und sank langsam wieder etwas ab. Doch sofort legte er sie gegen den anderen Oberarm, als müsse er wieder darum fürchten, zu frieren, obwohl es wirklich warm in diesem Raum war. Draußen sah es anders aus, schließlich war gerade Januar geworden und es lag dicker, dichter, weißer Schnee. Der Traum aller kleinen Kinder im Winter, weshalb es ihn besonders heute und in den letzten Tagen einige Mühe gekostet hatte, die ganze Gruppe zum Schlafen zu bewegen. Doch wenn sie erst einmal so weit waren, dass sie alle in ihren Futon lagen und die Augen geschlossen hatten, waren sie alle auf einmal Müde und in den nächsten paar Minuten eingeschlafen.

Einmal noch rieb er sich über den Oberarm, erlag der Illusion, ihm sei kalt, bevor er den Blick langsam etwas zur Seite wandte, auf den Boden und die Hand auch wieder sinken ließ. Beide Hände noch einmal in den Stoff der Hose an den Knien verkrampft, ließ er sie beide locker und stützte sich wieder leise auf dem Boden auf, richtete sich auf und wandte sich von den Kindern ab.

Er musste raus, einen Moment draußen durchatmen und wieder zur Ruhe kommen. In diesem Zustand konnte er sich nicht um die Kleinen kümmern. Jedoch ließ er noch einen letzten, prüfenden Blick durch den Raum schweifen, bevor er leise die Schiebetür zu dem kleinen Verbindungsraum zwischen dem Schlafsaal und dem eigentlichen Zimmer der Kinder öffnete. Er wandte sich sofort um, um die Tür wieder zu schließen, nachdem er hindurch getreten war und musste erst einmal tief durchatmen.

Ein leicht kühles Gefühl an den Zehen und den Ballen und Fersen, sowie ein Blick gen Fußboden sagten ihm, dass er die Schlappen nicht wieder angezogen hatte, die er vorhin abgelegt hatte, um zu dem Jungen hinüber zu gehen, dem er die Decke wieder übergezogen hatte. Doch noch einmal reingehen sollte er lieber nicht. Er würde jemanden wecken; unter Garantie. Deshalb ließ er es sein und wandte sich der zweiten Tür zu, die den Verbindungsraum noch vom Kinderzimmer abschottete.

Der Durchgang war lediglich ein zwei Meter breiter Spalt zwischen den Schränken, die direkt an der Wand zwischen Kinder- und Schlafzimmer standen, in den auf der einen Seite, im Kinderzimmer, die Spiel- und Spaßsachen, auf der anderen Seite, im Schlafzimmer sonst die Futon verstaut waren. Jetzt~ lagen diese auf dem Boden im Schlafzimmer und jeder verbarg ein anderes, schlafendes Kindergesicht.

Er durchquerte diese zweite Tür mit weniger Bedacht auf Ruhe, da eine Tür schließlich ihn und die Kinder bereits trennte. Da war es nicht mehr so~ wichtig, dass man die Ruhe hielt, um sie nicht zu wecken. Doch großes Trara vermied er natürlich trotzdem, indem er beim Durchqueren des Kinderzimmers auf seine Füße und seinen Kopf achtete, dass er nicht anstieß oder etwas herum schoss.

Natürlich war das Meiste aufgeräumt worden von den Kindern, bevor es in den Garten und anschließend zum Mittagsschlaf ging, doch ein paar Sachen lagen noch immer herum. Alles wurde nie wirklich aufgeräumt. Es war auch nur wichtig, dass man treten und von einem Ende des Zimmers zum Anderen gelangen konnte, ohne alle zwei Schritte auf einen Indianer oder ein kleines Modellauto zu treten. Mädchensachen lagen nur selten rum, denen steckte die Ordnung irgendwie im Blut. Die Jungen waren da anders. Man musste es ihnen erst zeigen, dass Ordnung wichtig war.

An der breiten Schiebetür zum Flur, der einerseits zum Essensaal und anderseits zum Gebäudeausgang und zu den Waschräumen führte, machte er Halt, sah noch einmal zurück, schob die Tür dann jedoch auf und verließ auch dieses Zimmer, schloss hinter sich die Tür, bevor er den Blick auf den Boden absenkte. An seinen Socken hingen ein paar Fäden und Papierschnipsel, die er auf seinem Weg durch das Kinderzimmer mitgenommen hatte. Sonst sahen seine Schlappen so aus, wenn er das Zimmer verließ. Auch die Sachen der Kinder hatten diese typischen Anzeichen für ihren Aufenthalt in diesem Zimmer, wenn sie nachmittags und abends von den Eltern oder Geschwistern abgeholt wurden. Doch jetzt trug er seinen Schlappen nicht und seine Socken hatten dieses typische Aussehen angenommen.

Natürlich wurden die Kinderzimmer der einzelnen Kindergruppen jeden Abend aufgeräumt, gewischt, gesaugt und auch sonst wie in Ordnung gebracht. Doch diese wenigen Fussel und Schnipsel konnte man in einem lebendigen Haufen Kinder einfach nicht verhindern. Irgendetwas lag immer~ herum … und wenn es nur ein Puppenkleid war, das nach einem Kampf um eben dieses eine offene Naht davongetragen hatte und dadurch seine Fussel auf den Tatami oder dem Teppich hinterließ. Es war einfach unvermeidbar.

Es ging ihm schon wieder besser, als er so im Flur stand und etwas geistesabwesend seine Socken beobachtete. Er gab sicher gerade ein seltsames Bild ab, wie er dort stand und auf seine Socken starrte. Doch es war seine Methode, sich abzulenken und kurz abzuschalten von dem, was ihn wieder unruhig werden ließ. Würde er unruhig bleiben, würde sein Temperament aus Schulzeiten wieder durchbrechen, er selbst wieder zum Kind werden und seine Autorität innerhalb der Kindergruppe verlieren. Automatisch würde die Ordnung, Ruhe und Harmonie in seiner Gruppe einfach verschluckt werden und alles würde auseinander brechen. Alles, was er mühselig zwischen den Kindern aufgebaut hatte. In seiner Gruppe gab es nur selten ernsthaften Streit.

Mit den Händen in den Hosentaschen vergraben, folgte er dem langen, breiten Flur in Richtung Garderobe und Ausgang. Auf dem Gang war genug Platz, dass die einzelnen Kindergruppen in Vierer-Pärchen nebeneinander laufen konnten und es auch kein Gerangel gab, wenn es mal schneller und etwas hektischer gehen musste. Jedes Jahr gab es eine Feuerübung und für diese musste der Gang sicher sein. Breit genug, dass alle Kinder gleichzeitig das Haus sicher verlassen konnten ohne dass unterwegs eines in der großen Masse unterging.

Er streckte die Arme zu den Seiten, testete unsinnigerweise, ob er mit den Händen von einer Gangseite zur Anderen kam. Natürlich war dem nicht~ so. Es hätte auch dem widersprochen, was ihm gerade durch den Kopf gegangen war. Das mit der Feuerübung. Wäre er von einer Gangseite zur Anderen mit den Händen gekommen, wäre er eindeutig zu schmal gewesen und das hätte sehr gefährlich werden können. Sowohl für die Kinder, als auch für ihn und den Kindergarten. Im Notfall hätte es zu viele verletzte Kinder durch Drängeleien im Flur gegeben, der Kindergarten hätte wegen Gefahr geschlossen werden müssen und er hätte seinen Job verloren.

Erleichtert atmete er deshalb aus, als er nicht einmal ansatzweise die Wände erreichen konnte, zwischen den er genau in der Mitte dem Flur folgte. Die Hände versanken wieder in den Hosentaschen und sein Blick hob sich der Glastür entgegen, die den Flur von der Garderobe und dem Flur zum Ausgang trennte. In der Garderobe stand für jedes der 400 Kinder ein eigener Schrank, in dem es seine Schuhe und die Jacke – im Winter auch Schal, Handschuhe und Mütze – unterbringen konnte. Taschen durften mit in die Kinderzimmer, wenn sie nicht zu groß waren. Ob~ sie zu groß waren, entschied jeder Gruppenleiter für seine Gruppe einzeln.

Die Jacken und Schuhe der einzelnen Gruppenleiter, der Köche, Putzleute und wer noch in diesem Gebäude tätig war, waren in einem anderen, kleineren Raum neben der großen Garderobe. So waren die Kinder zum größten Teil gezwungen, ihren Schrank und ihre Sachen allein zu finden. Doch erst, wenn jedes Kind die tatsächlich eigenen Sachen anhatte und auch sie ordentlich trug, durfte die Gruppe geschlossen das Gebäude verlassen. Genauso, wenn sie abgeholt wurden. Zu dieser Zeit jedoch war für jede Gruppe ein zweiter - je nach Gruppengröße wenn es nötig war, auch ein dritter - Gruppenleiter da, der die Gruppe im Auge hatte, solange der eigentlich Leiter die Kinder einzeln verabschiedete und bei den Eltern ließ. Bei großen Ausflügen war der zweite Gruppenleiter auch immer mit dabei.

Er trat durch die Glastür, die er vor sich öffnete und hinter sich wieder schloss und suchte sich in dem kleinen Nebenraum seine Sachen aus der Garderobe für seine Sachen heraus. Etwas eiliger als er eben das Zimmer verlassen hatte, band er sich die Schuhe, zog sich die Jacke über und band sich einen Schal um. Die Jacke blieb offen, er wollte keinen Ausflug machen. Nur kurz Luft schnappen.

Einen winzigen Augenblick lang erlag er der Überlegung, auch gleich die Chance zu nutzen, noch eine zu rauchen. Doch ihm fiel ihm gleichen Moment ein, dass er gleich darauf wieder zu den Kindern musste und es kam wirklich~ nicht gut, wenn er dann nach Rauch stank. Deshalb schüttelte er den Kopf, klopfte sich einmal sich selbst scheltend mit der Faust gegen die Stirn und schloss einen Moment die Augen. Wie konnte er nur auf eine solche Idee kommen?

Ruckartig wandte er sich von seinem Schrank ab, verließ den kleinen Raum und durchquerte die Garderobe zum Ausgang des Gebäudes, wo er es auch sofort verließ und in den Vorgarten der Kindertagesstätte ging. Die Hände jetzt in den dicken Jackentaschen beobachtete er den feinen, weißen Rauch, den er ausstieß, wenn er ausatmete und einen Moment erlag er doch~ dem Spieltrieb, indem er bewusst warm die Luft aushauchte, sodass eine große, weiße Wolke entstand, die sich jedoch genauso schnell verflüchtigte, wie er sie ausgeatmet hatte.

Die dunkle, ruhige, aber bestimmende Stimme, die er seinen Namen sagen hörte, ließ ihn innerlich erschrocken und ruckartig aufsehen. Sie klang fragend, unsicher, aber doch ernst, als könne sie sich nicht darin irren, dass die Person, die sie ansprach, genau diesen Namen trug. Einen kurzen Augenblick irritierte ihn das Namensuffix, doch trotzdem wandte er sich so ruckartig nach der Stimme um, dass seine blonden Haare herumgewirbelt wurden und einen Moment er seinen Pony genau über den Augen hängen hatte.

Dadurch verdeckte er für einen kurzen Moment ihm die Sicht, bevor er eilig die Hände hob und den Pony sich wieder aus dem Gesicht wischte, bevor er erkannte, dass tatsächlich er~ angesprochen worden war, da die Person, die jetzt inzwischen vor ihm stand, ihn direkt ansah und ganz offensichtlich verwirrt über diese ruckartige Bewegung und diese abrupte Reaktion war.

„Jôno’uchi … -san?“

Sein Atem setzte für Sekundenbruchteile aus, als er die Person erkannte, die vor ihm stand und für eben diese Zeit verharrte er auch in allen Bewegungen. Die Hände gehoben, die Augen leicht geweitet. Das vorab angenomme Lächeln, um sich nach der Stimme umzudrehen jedoch verschwand schlagartig und er widmete dem Besitzer der Stimme einen Blick, als müsse er um seinen Atem fürchten.

Nur langsam sanken die Hände doch noch ab und er kam wieder zu sich, blinzelte einmal … zweimal und senkte den Blick dann eilig kurz ab, bevor er einen Schritt zurück tat, die Hände eilig ganz absenkte, sie mit ausgestreckten Armen vor sich übereinander legte und sich leicht verbeugte. Reine Höflichkeit.

„Willkommen! Sie wollen sicher jemanden abholen.“

Er~ war es! Der Schulkamerad, der ihm damals versucht hatte, höhere Mathematik beizubringen. Der große Junge, der durch seine Größe, seine Intelligenz und seine ungewöhnlich hellen, blauen Augen immer und überall aufgefallen war. Der, der schon an der Mittelschule seinen eigenen FanClub gehabt hatte. Der, den er fast in den Wahnsinn getrieben hatte. Der, der ihn fast schockgefroren und gleichzeitig fast zu Asche verbrannt hatte, als er ihn …

Lächelnd schüttelte er unbewusst diesen Gedanken ab und konzentrierte sich auf das, was er sonst mit Eltern und Geschwistern tat, die herkamen und ihre Kinder und kleineren Geschwister abholten. Ihm wurde nur langsam bewusst, dass das hieß, dass auch er~ eines oder mehrere Kinder in dieser Einrichtung tagsüber abgab, um seiner Arbeit nachzugehen. Doch als es ihm tatsächlich gewahr wurde, dass es nur allzu normal war, wenn er wirklich seine Kinder abholte, erstarb das sichere Lächeln und ein falsches trat an dessen Stelle.

Das, was er damals getan hatte, kam ihm wieder in den Sinn. Das, was dafür gesorgt hatte, dass sie die Nachhilfe hatten abbrechen müssen. Das, was ihm noch immer das Gefühl von Eis auf und Feuer unter der Haut gab, wenn er daran zurückdachte. Doch es war ihm ernst gewesen. Zu~ ernst. Es hatte ihn stark verändert, als er den – ebenfalls ernsthaften – angewiderten Blick des Anderen gesehen hatte.

Ruckartig musste er noch einmal sich verbeugen, bevor er sich wieder aufrichtete und das falsche Lächeln dem Anderen zeigte, das dieser jedoch zu ignorieren schien. Trotzdem fügte er leise und unsicher über die Reaktionen des Größeren noch etwas hinzu, dessen Bedeutung nur er selbst und sein Gegenüber kannten.

„Verzeih … “

Wort und Gesichtsausdruck passten nicht, das war klar. Diese ehrliche Entschuldigung und das falsche Lächeln darüber waren eine nur allzu deutliche Mischung. Man konnte~ das Lächeln nicht mehr ernst nehmen. Vielleicht war das der Grund, weshalb der Größere etwas genervt ausatmete und eine Hand hob, deutlich abwinkte, als wolle er es nicht hören. Doch sofort reagierte der ‚Schüler’ dessen und legte das Lächeln hastig nickend ab, bevor er den Blick abwandte und sich auch wieder dem Gebäude zu wenden wollte.

„Mineauko-chan und Chieyarô-kun.“

Verharrt in der gerade begonnenen Bewegung blieb er fast reglos stehen, als wartete er auf etwas. Doch dabei war er nur überrascht. Nein … ‚überrascht’ war er nicht – oder doch. Vielleicht ein bisschen. Er hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass es soweit kam, dass er einen Namen nannte. Den Namen des Kindes, das er abholen wollte. Es war die Tatsache, dass er zwei~ Namen angab, nach denen er verlangte.

Er kannte die beiden. Sie waren Zwillinge – ein Junge und ein Mädchen. Beides sehr hübsche Kinder und der Junge ist der gewesen, den er vor einigen Minuten noch die Decke übergezogen hatte. Der kleine Junge, der ihn an sich selbst erinnert hatte. Allein dadurch, dass er die Decke von sich geworfen gehabt hatte, eine Eigenart, die er selbst als Kind damals auch gehabt hatte. Natürlich war das sehr lange her, doch er konnte sich noch daran erinnern. Eine der wenigen, alten Erinnerungen die er noch hatte.

Sein Blick hob sich sehr langsam wieder zu dem Besucher. Zu dem, der vor acht Jahren verzweifelt versucht hatte, ihm etwas über Integrale beizubringen und kläglich gescheitert war. Er ist halt hoffnungslos gewesen, obwohl sich so viel Mühe gegeben worden war.

„Die Zwillinge … aus meiner Gruppe.“

Es dauerte einen Moment, bis er wirklich realisierte, welche kleine Ungereimtheit noch im Raum stand. Doch als er es bemerkte, blinzelte er einmal erstaunt und hob eine Hand wieder an, mit der er zu dem Größeren deutete. Langsam wandte er sich auch wieder diesem zu, sah ihn einen Augenblick lang nur an, bevor er aussprach, was nicht ganz passte.

„Sie heißen doch aber ‚Kitanakayama’ und nicht … ‚Kaiba’ … “

Hätten sie den gleichen Namen wie sein gegenüber getragen, wäre es ihm sicher früher aufgefallen, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Das Mädchen hatte ihn ohnehin schon ein paar Mal an ihn erinnert. Die hellen, blauen Augen, die glatten, dunklen Haare. Ihre waren richtig schwarz, im Gegensatz zu diesem jungen Mann ihm gegenüber. Doch dafür hatten sie den gleichen Glanz. Genauso die Augen. Ein blau, einem Saphir gleich.

Er senkte die Hand eilig ab, als er wegen dessen Deut einen deutlichen Blick des Unbehagens bei dem Anderen bemerkte und spürte wieder diesen Blick auf sich – von damals. Doch als er die Hände aus einem Reflex heraus gegen die eigenen Oberarme legte, fiel ihm auf, dass er seine Jacke noch immer offen trug und dass nicht allein der Blick des Andern ihm diese kühle Gänsehaut in den Nacken schickte. Es war auch die Tatsache, dass es noch immer Winter war und Schnee lag und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Minusgrade in der Luft herrschten.

Doch die Stimme des Anderen, genauso dunkel und ruhig, wie sie immer gewesen ist, mit dieser Bestimmtheit, brachte ihn wieder zum Verstummen, ohne wirklich sich geregt zu haben. Er antwortete auf die Aussage des Kleineren. Ruhig, unbeirrt und sicher, als wäre es ganz normal. Warum auch sollte es nicht~ normal sein? Trotzdem war es für den Betreuer ein seltsames Gefühl zu wissen, dass das, was er damals getan hatte, wirklich sein Ernst gewesen ist, aber niemals eine Auswirkung auf ihrer beiden Leben haben würde.

„Der Name ihrer Mutter.“

Er nickte. Lächelnd. Das gleiche falsche, doch diesmal eindeutig etwas betroffene Lächeln, wie eben schon. Natürlich die Mutter. Woher sollten sonst auch zwei so liebe, freundliche und hübsche Kinder kommen? Der etwas erstaunte Blick des Größeren ließ ihn grinsen, auch, wenn es weiterhin betroffen wirkte. Doch jetzt war es auch egal. Er hatte sich eben zum mindestens 5000sten Mal entschuldig für die Aktion vor sieben Jahren. Es gab keine Entschuldigung dafür, aber es ging ihm mit jedem Mal ein Stück besser, wenn er es wieder tat.

„Oh, natürlich, entschuldige … wow … “

Er hob sich eine Hand an den Kopf und legte sie kurz gegen die eigene Stirn, bevor er die Augen etwas schloss und sich einmal mit der Faust schwach gegen die Stirn klopfte. Zum zweiten Mal heute. Eine Eigenart, die er sich irgendwann in Jugendjahren angeeignet hatte und bisher nicht hatte ablegen können. Es war seine Art, sich für einen dummen Fehler selbst zu strafen, wenn es sonst niemand tat.

Doch als er abermals aufsah zu dem, der ihm gegenüber stand und nicht aussah, als hätte er es besonders eilig, merkte er erst, dass er ihn längst hätte hinein bitten sollen. Wenigstens in den Flur, wo es nicht ganz so kalt war, ihm vielleicht noch einen Tee anbieten. Zum Aufwärmen … und sofort hatte er sich nochmals verbeugt und wandte sich wirklich von ihm ab, gen Gebäude und deutete mit einer Hand einladend auf dieses.

„Kommen Sie doch lieber erst einmal hinein. Die Kinder schlafen noch. Sie können sie mitnehmen, wenn sie aufwachen.“

Die höflichen Umgangsformen hielt er streng. Auch den Kindern brachte er es bei, immer höflich zu Älteren und Unbekannten zu sein, wenn diese nicht gerade selbst sehr unfreundlich wurden. Doch das war sehr unwahrscheinlich, dass es so schnell einmal dazu~ kommen würde und mit Freundlichkeit und Höflichkeit erreichte man oftmals einfach mehr, als wenn man jedem Menschen gleich grimmig begegnete.

Er bekam nur ein Nicken als Antwort auf seine Einladung und gleich darauf kehrte er mit seinem früheren Nachhilfelehrer in das Gebäude zurück, wo er im Eingang ihm anbot, die Jacke zu nehmen und wegzuhängen. Doch dieses Angebot wurde mit einem weiteren Abwinken nett aber bestimmt abgelehnt. Er hatte offensichtlich nicht vor, länger als nötig zu bleiben. Doch das Aufwachen der Kinder schien er geduldig abwarten zu können.

Selbst behielt er auch noch einen Moment die Jacke an, um sich kurz noch aufzuwärmen, bevor er Schuhe und Jacke wieder in den kleinen Nebenraum der Garderobe zurück brachte, den anderen, sich umsehend, in eben dieser Garderobe zurück ließ, in der sonst nur die Kinder zurück blieben, um die Sachen an oder aus zu ziehen. Doch diesmal war es einer der Väter, den er dort ließ, um die eigenen Sachen wieder in den eigenen Schrank zu bringen.

Auf einmal hatte er ein Bild von diesem ‚Vater’ im Kopf, wie er mit den Zwillingen in einem Kinderzimmer saß und etwas spielte. Ein Gedanke, der vor sieben Jahren für ihn noch völlig utopisch gewesen wäre. Doch heute war es völlig richtig, wie es war. Vielleicht hätte er selbst auch anfangen sollen, sich eine junge Frau zu suchen, mit der er sein Familienleben beginnen konnte. Doch … dieser Gedanke war ihm bis heute nie gekommen. Obwohl er sich der Unmöglichkeit seiner wirklichen großen Liebe immer und überall gewahr war.
10.11.06 08:42


~ MyCat - Wataru ~

„ … bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, … “

Er kniete auf dem Boden, die Hände vor der Brust gefaltet, als wolle er jemanden oder etwas anbeten. Doch dabei bettelte er nur darum, etwas zu dürfen, was ihm bisher nicht erlaubt gewesen ist. Doch da es auch noch nicht abgelehnt worden ist, hielt seine Hoffnung an. Wenn er etwas wirklich gut konnte, dann war es, Sturheit zu zeigen und auch, sie effektiv einzusetzen.

„ … bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, … “

Seine Stimme fing an, heiser und trocken zu klingen, als hätte er seit Wochen nicht getrunken, oder gegessen. Dabei war es lediglich so, dass er jetzt schon seit 8Minuten immer das gleiche Wort wiederholte und das mit einem Ton, bei dem man eigentlich nur zustimmen konnte~. Jedenfalls jeder andere hätte zugestimmt, um dieses Gebettel nicht mehr ertragen zu müssen.

„ … bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, … “

Der Angebettelte jedoch saß mit leicht, zur kaum noch hörbaren, aber vorhandenen Musik wippendem Fuß gemütlich in seinem Sessel, kaute auf ein paar Keksen und las ein nicht wirklich jugendfreies Magazin. Doch das war dem Bettler ohnehin egal, was dort gelesen wurde. Er wollte nur eines … Zustimmung!

~~~

Vor knapp einem Monat hatte er auf dem Heimweg von der Schule seinen Bus knapp verpasst und hatte eine andere Fahrstrecke nutzen müssen, da der Bus, den er sonst nahm, nur einmal in der Stunde fuhr und er hatte sicher nicht die Lust, eine Stunde auf den nächsten warten zu müssen. Deshalb war er ausnahmsweise eine andere Strecke entlang gekommen. Okay, er fuhr immer dort lang, wenn er den Bus verpasste. Doch er verpasste ihn so selten, dass es für ihn doch etwas Spannendes war, wenn er den anderen Weg nahm.

Warum er nicht regelmäßig den anderen Weg fuhr, war einfach : Es dauerte eine viertel Stunde länger, wenn er den Stundenbus verpasste und den anderen Weg nehmen musste. Deshalb bemühte er sich, immer den Stundenbus zu bekommen, um schnell zu hause zu sein.

Andere Leute schüttelten den Kopf, wenn er erzählte, dass ihm etwas Spannendes passiert war und er dann nur meinte, dass er mit dem anderen Bus gefahren war. Genau genommen war es doch schließlich egal, welchen Bus man nahm, Hauptsache, man kam nach hause. Doch an diesem Tag war es wirklich~ etwas Besonderes gewesen. Denn an diesem Tag hatte er wie aus einem Reflex heraus an einer Station mitten zwischen seiner Schule und seinem Zuhause aussteigen und einem jungen Mann folgen müssen, der ihn sofort fasziniert hatte.

Dieses Gefühl hatte er zuletzt gehabt, als er sich vor einem Jahr in den kleinen Jungen verliebt hatte, den seine Eltern adoptiert hatten. Er ist erst 11 gewesen zu dem Zeitpunkt und der Junge gerade 10 geworden, doch trotzdem hatte er sofort sicher sagen können, dass es Liebe war, die ihn sprachlos werden ließ, als er von der Adoption dieses~ Jungen hörte. Dass seine Eltern ein Kind adoptieren wollten, das hatte er lange gewusst, doch auf wen die „Wahl“ fallen würde, wusste niemand außer den Eltern bis zu dem Zeitpunkt, als der Junge dann bei ihnen im Wohnzimmer stand und sich staunend umsah. Seine Familie war schon immer ein Teil der höheren Gesellschaftsschicht gewesen.

… und dann … in seinem 13. Lebensjahr sah er auf dem Heimweg diesen jungen Mann, der auf der Straße stand und in einer Zeitung an einem Café blätterte, während er selbst mit dem Bus vorbei fuhr und nur deshalb kurz hielt, weil die Ampel auf Rot stand. An der nächsten Station war er sofort ausgestiegen, zu dem jungen Mann zurückgekehrt und ihm dann unauffällig bis zu einem Geschäft gefolgt.

Etwas erstaunt hatte er vor der Tür gestanden und war beim ersten Mal auch von einem älteren Herrn weggescheucht worden, weil ein kleiner Junge wie er dort nichts zu suchen hätte. Er hatte sich dem gebeugt und war doch noch nach hause gefahren. Doch die nächsten Wochen hatte er damit verbracht, so viel wie möglich über den jungen Mann zu erfahren – was leider nicht viel war. Aber immerhin erfuhr er, weshalb er davon gejagt worden war. Ein Bordell.

Es schreckte ihn ab und zog ihn an gleichzeitig. Als stünde er vor eine lebenswichtigen Wahl, die sein Leben, seine Familie und vor allem ihn selbst stark verändern würde. Dem war auch so. Denn er entschied sich, dort zu arbeiten. Vielleicht nicht unbedingt wirklich „drinnen“, aber wenigstens dort, um bei dem jungen Mann sein zu können, von dem er inzwischen wusste, dass er ihn tatsächlich von Herzen liebte.

Seine bis dahin der Familie und den Freunden unbekannte, da nie angesprochene, jedoch bewusste, Homosexualität wurde ihm erst recht bewusst und er entschied sich, allen wichtigen Personen es zu „beichten“. In der Hoffnung, dass sie ihn wenigstens nicht verachten würden. Doch niemand, nicht einmal der Adoptivbruder waren tatsächlich schockiert oder angegriffen. Zwei seiner vier Schwestern waren sogar regelrecht begeistert von dieser Tatsache … und jetzt kniete er hier, flehte seine Vater an, ihm die Unterschrift zu geben, die ihn berechtigte, als Gläserwäscher wirklich dort arbeiten können. Mehr würde er nicht tun. Nur die gebrauchten Gläser waschen und sortieren und trocknen und die Flaschen hinter der Theke jeden Morgen vor der Schule ordentlich hinstellen.

~~~

„ … bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, … “

„Yûji!“

„ … bitte, bitte, bitte, bi … Ja~?“

Überrascht und sichtlich perplex hob er den Blick, sah seinen Vater mit großen, erwartungsvollen Augen an. Entweder er wurde jetzt endgültig weggescheucht und vertrieben und bekam Hausarrest wegen … wegen … irgendwas fiel dem Vater schon ein – oder aber er bekam die Zustimmung.

Der ältere Mann ließ das Heft sinken, schloss es jedoch vorher und wandte den Blick zu seinem jüngsten eigenen Kind. Jünger war nur der kleine Jun, den er adoptiert hatte vor zwei Jahren. Doch eigentlich machte er zwischen beiden keinen Unterschied. Er liebte sie beide wie eigene Kinder. Genauso den ältesten, den seine Frau damals mit in die Ehe gebracht hatte.

Sie schwiegen sich eine Weile an, bevor Yûji noch einmal eine fragendes „Bitte?“ vor sich her nuschelte, die Hände vor der Brust gefaltet ließ und sie jetzt auch etwas unruhig ineinander klammerte und innerlich noch immer dieses eine Wort ohne unterlass wiederholte. Er wollte~ dort arbeiten. Alles~ würde er tun. Er brauchte nur zuerst die Unterschrift und somit die Zustimmung seiner Eltern. Die Mutter hatte bereits zugestimmt, hatte ihm jedoch eine ganze Liste mit Bedingungen geschrieben. Was ihm jetzt nur noch fehlte, war die Unterschrift seines Vaters, die der Besitzer des Bordells verlangt hatte, damit er dort arbeiten durfte.

Der Ältere der beiden atmete tief durch und Yûji hob den Körper aus dem Seiza in eine kniende Position, klammerte sich erst recht an seine eigenen Hände, dass die Haut schon weiß wurde und die Finger dunkler. Er behinderte den Blutstrom. Doch dann konnte er ein zaghaftes Nicken seines Vaters ausmachen, was ihn aufspringen und ihm um den Hals fallen ließ.

„Aber!“

Damit drückte der Vater den Sohn von sich und bedeutete ihm, wieder die unbequeme Sitzart einzunehmen, was der Junge jedoch ohne zu mosern und sofort tat. Die Hände waren jetzt leicht geballt auf den Knien, der Blick wieder angespannt und erwartungsvoll zum Vater gehoben.

„Nur~ waschen! Ich werde~ mich erkundigen! Wenn ich nur einmal höre, dass du den Tresen für einen halben Meter verlassen hast, hole ich dich dort weg!“

Yûji nickte hektisch. Das ist auch die erste Bedingung gewesen, die seine Mutter aufgestellte hatte. Doch an der Ausformulierung seines Vaters fiel ihm etwas auf, weshalb er kurz überlegend den Blick absenkt und etwas irritiert wieder hob.

„Was ist, wenn ich aufs Klo muss?“

„Verkneifs dir.“

„Eh … ??“

*****

~ MyCat - Heisuke ~

„Aber sonst bist du noch ganz knusper, Knirpsi, ja?“

Der Kopf des Jungen flog herum und er erkannte in der Tür des abgedunkelten, zugezogenen Zimmers einen Mann, der ihn finster ansah und ganz offensichtlich ihn angesprochen hatte. Denn sonst konnte er niemanden entdecken, der etwas hätte sagen können. Natürlich hätte dieser Jemand noch hinter einer Wand stehen können, doch so sicher, fest und gleichzeitig elegant, wie dieser Mann in der Tür stand, war es auszuschließen, dass jemand anderem diese dunkle, jedoch tief in den Geist eindringende Stimme hatte gehören können.

Die Hände des Jungen fingen stark an zu zittern, als er – durch die Worte des Mannes aus der Starre gerissen – erkannte, was eigentlich bis eben vorgegangen war. Einen Pulloverärmel bis zum Ellbogen hinauf gezogen, hatte er die Handfläche zur Decke gerichtet und kniete auf dem Boden; jetzt wieder reglos. Das Zittern ließ langsam nach. Nur die Hand, in der er das vom Flurlicht angestrahlte Messer hielt, zitterte, kam nicht ganz zur Ruhe. Die andere, zur Decke gedreht blieb inzwischen still.

Hätte man ihn gefragt, was er gerade tat, hätte er … nein. Er musste gar nicht gefragt werden. Die Situation war eindeutig, niemand hätte etwas daran falsch verstanden. Doch eigentlich hatte er sich solche Situationen anders vorgestellt. Sollte nicht derjenige, der einen kleinen Junge bei einem Suizidversuch fand, eigentlich einschreiten und beschwichtigend auf ihn einreden? Statt dessen stand der „Finder“ ungerührt, mit verschränkten Armen und halb überschlagenen Beinen im Türrahmen, an diesen gelehnt und hatte eine Augenbraue skeptisch gehoben.

„Ich stehe auch auf Blut, aber so etwas Unreifes, wie dich würde ich nicht einmal mit einem Müllgreifer anfassen.“

Die Augen des Jungen weiteten sich und starrten den „Finder“ irritiert, perplex, völlig von der Situation überfordert an. Das Zittern der Hände ließ vollend nach, doch dafür machte sich etwas Anders in ihm breit. Ein anderes Gefühl, dass ihn dazu brachte, die Hände zu entspannen. Beide Hände sanken ab, das Messer fiel zu Boden und das Gesicht verzerrte sich sehr langsam.

Ganz am Anfang hatte es einen leeren, undeutbaren Ausdruck gehabt, doch als der Mann in der Tür aufgetaucht war und ihn angesprochen hatte, war es ein schockierter, aus einer anderen Welt gerissener Blick gewesen. Doch jetzt … wandelte es sehr langsam in einen erst wieder ausdruckslosen, dann aber Überwältigten. Der Junge blinzelte hektisch, doch das machte es nur noch schlimmer und das Blickfeld verschwamm vor seinen Augen. Keine fünf Sekunden später saugte er tief die Luft ein, presste sich die Hände auf die Augen und fing lautstark an zu weinen, so dass es ein paar andere Heimkinder im Haus und eine Betreuerin auf den Plan rief, die allesamt den Mann in der Tür nicht mehr mitbekamen, da er verschwunden war, als das Gesicht des Jungen angefangen hatte, sich in einen deprimierten Ausdruck zu wandeln.

~~~

Nur ein halbes Jahr später hatte der Junge den Mann mit Hilfe der Heimleitung wieder gefunden und musste feststellen, dass der Hass auf Schwule, den er durch seine Ziehväter hatte kennenlernen müssen, nicht berechtigt war. Doch er hatte damals einfach nicht anders gekonnt. Es hatte einfach zu lange gedauert, bis etwas gegen deren Misshandlung des Jungen getan worden war. Er hatte es einfach nicht anders kennen gelernt.

Kaum stand er dem Mann, nach einigen Schwierigkeiten, wieder gegenüber und fragte ihn, musste er jedoch auch feststellen, dass es zum einen Menschen gab, die jemanden auch durch Beschimpfungen statt liebe Worte von einem Suizid abhalten konnten und dass er selbst … trotz der schlechten Erfahrungen und der deutlich fehlerhaften Erziehung … dass auch er selbst ein Teil der~ Menschen war, die er so verachtete.

… und als wäre es nicht schon genug, dass der Mann, in den er sich so schwer verliebte, sich nicht einmal an ihn erinnerte, obwohl er noch vor ein paar Monaten ihm das Leben gerettet hatte, musste er auch lernen, dass, wenn einem einmal ein Leben voller Hürden und Komplikationen und Leid und Schmerz gegeben worden war, dass man aus diesem Sumpf niemals herauskam, wenn man nicht selbst etwas dagegen tat.

Er brach die Schule ab, begann ein völlig anderes Leben. Abgeschieden vom Waisenhaus, deren Bewohnern er nicht einmal sagte, wohin er ging und von diesem Moment an integriert in ein Leben, das ihm zwar mehr Glück schenkte, als Leid, das ihn jedoch nicht vor weiteren, schweren Schicksalsschlägen bewahrte.

~~~

„Du brauchst einen Code-Namen.“

„Wieso?“

Der jüngere der beiden Jungen nuckelte an einem Strohhalm und war sich der Arbeit in diesem „Laden“ ganz sicher noch nicht bewusst. Allein, dass er jetzt hier Milch, statt Whisky zu trinken bekam, war etwas, an das er sich nicht so schnell gewöhnen sollte. Denn nach spätestens zwei Jahren, so hatte es der Mann ihm auferlegt, wenn er bleiben wollte, musste er gelernt haben, in einer eigenen Wohnung auf den eigenen Beinen zu stehen und sich selbst versorgen zu können.

„Weil eventuelle, aufdringliche Kunden sonst zu schnell hinter deine Adresse, Telefonnummer und Lebensgeschichte kommen. Zumal „Konyaku“ doch ein sehr seltener Name ist … Sie werden dir nachstellen, dich nachts anrufen, dich mit täglichem Klingeln an der Tür belästigen und … “

„Schon gut!“

Der Strohhalm war schockiert fallen gelassen worden und lag jetzt auf dem Boden neben dem Tisch, an dem die beiden saßen und tropfte noch etwas Milch auf den Boden, wo er lag. Die Hand, in der er bis eben noch gelegen hatte, war ruckartig und zusammen mit der anderen dem Gegenüber vor das Gesicht gehoben worden, damit dieser wieder still wurde; was auch gelang. Er wollte jetzt wirklich keine Schauergeschichten über Stalker und psychisch Kranke hören, die ihn verfolgen könnten.

„Aber … dein Name ist doch auch so auffällig. Wataru-san.“

Sofort grinste der Ältere und hob eine Hand, die er dem Kleinen auf den Kopf legte und die Haare einmal kräftig durchwirbelte. Dabei grinste er natürlich und schien sichtlich Spaß daran zu haben, den kleineren durch solche winzigen Aktionen, wie das Haarestrubbeln und das Erzählen von Stalkern, zu piesacken.

„Das liegt daran, dass ‚Wataru’ mein~ Code ist.“

Die Hände des Jüngeren legten sich sofort gegen den eigenen Kopf und er hob grimmig den Blick zu Wataru hinauf, dem er einen giftigen Blick widmete, wovon dieser sich jedoch nicht stören ließ. Eilig wurden die Haare wieder gerichtet, bevor Konyaku den Blick lächelnd wieder hob und einen Namen nannte, den er sowieso schon immer gemocht hatte und wie er schon immer hatte heißen wollen.

„Dann will ich den Namen ‚Heisuke’.“
31.10.06 16:00


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"Niemand weiß, was die Zukunft bringt, wie die Sterne stehn, wann die Zeit verrinnt ... keiner weiß, was aus uns mal wird, wenn die Sonne sinkt.
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